Online: 02.02.2015 - ePaper: 03.02.2015

Querfinanzierung

Betrifft: Artikel "EVE erzielt erstmals Gewinn" (EJZ vom15. Januar)

In dem Bericht über den positiven Jahresabschluss der EVE ist zu lesen, dass der Wasserverband seine Liquiditätsunterstützung von 830000 Euro auf 1,79 Mio. Euro erhöht hat. Für die Leser, die mit dem Wort "Liquiditätsunterstützung" nichts anfangen können: Der Wasserverband hat der EVE von seinen Überschüssen aus den Abwassergebühren einen (wahrscheinlich sehr günstigen) Kredit gewährt. Diese Überschüsse, die eigentlich für Investitionen in Kläranlagen oder Kanalnetze gedacht waren, werden jetzt zweckentfremdet, um die EVE zu subventionieren. Zum Vergleich: Im Südkreis, wo man keine EVE mit durchfüttern muss, sind die Abwassergebühren um mehr als ein Drittel günstiger. Diese Differenz kann nicht ausschließlich auf höhere Kosten zurückgeführt werden. Wenn man das bedenkt, bekommt auch die Erhöhung der Trinkwasserpreise (die gegen bestehende Verträge verstößt und aufgrund der fehlenden Veröffentlichung nicht rechtswirksam in Kraft getreten ist), eine ganz andere Bedeutung. Aber da die EVE ja nun einen Überschuss erzielt hat, besteht doch Hoffnung, dass diese unselige Querfinanzierung bald aufhört. Ob dann wohl die Abwassergebühren sinken werden?

Christian Guhl,

Hitzacker

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