Online: 03.02.2015 - ePaper: 04.02.2015

Sprachlos überBeschimpfungen

Betrifft: Politiker beschimpfen das Volk

Und sollte ich der letzte Preuße hier und heute in diesem Lande sein, so muss ich mir auch heute meinen Ärger vom Halse schreiben, was die große Politik angeht. lch kann mir nicht vorstellen, dass die Königin von England oder die Monarchen von Dänemark, Holland, Schweden oder Kaiser Wilhelm, Friedrich II. von Preußen ihr beziehungsweise sein Volk oder Teile des Volkes mit "braunem Dreck", "Ratten", als "Chaoten", "Schande für Deutschland" oder "unappetitliches Pack", "Mischpoke" et cetera bezeichnen würden. Die ständigen, immer wiederkehrenden Beschimpfungen der gewählten Volksvertreter, den Souverän betreffend, kotzt mich an. Dass der gewählte Volksvertreter die Wähler - wie oben - beschimpft, macht mich fast, aber nur fast sprachlos. Es sagt mir aber, welchem Ehrenkodex hier Folge geleistet wird, wenn man diese Verhaltensweise überhaupt so bezeichnen kann.

Wie sagte Friedrich II.? "lch bin der geringste Diener dieses Staates." Und wenn der gewählte Vertreter von heute mit dieser Aussage nichts anzufangen weiß, sollte er sich vielleicht einmal mit dem Kategorischen lmperativ lmmanuel Kants auseinandersetzen, aber da ist, glaube ich, auch Hopfen und Malz verloren. Aber vielleicht wissen sie, mit "Vox populi, vox dei" etwas anzufangen: Volkes Stimme, Gottes Stimme.

Kein Wunder, dass sich ein großer Teil der Bürger von diesem Rechtsstaat abwendet. Wo bleibt die Vorbildfunktion? Wer das Volk oder Teile der Nation nestbeschmutzend beschimpft, hat jeglichen Anspruch auf Glaubwürdigkeit verloren. Peng.

Fritz Eickmeyer, Gartow

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