Online: 09.02.2015 - ePaper: 10.02.2015

Jagd sollte kein Hobby sein

Betrifft: Leserbrief "Jagdgesetze werden ignoriert von Dr. Ulrike von Guretzky, Laase (EJZ vom 19. Januar)

Eines vorweg:Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Jagd und esse auch gern ein gutes Stück Wildfleisch von einem sauber erlegten Tier. Auch möchte ich nicht alle Jäger verunglimpfen, denn ich durfte glücklicherweise einige sehr verantwortungsvolle von ihnen kennenlernen. Was allerdings bei der sogenannten Drückjagd laut Frau von Guretzky am 7. Dezember 2013 geschah, ist für mich ein Skandal. Da wird also einfach so in ein Rudel Hirsche geschossen, dass die Tiere schwerste Verletzungen aufweisen (Fehlen des halben Kopfes, weggeschossene Beine etc.), und ein hiesiger Jagdaufseher wird zitiert "Verderben Sie denen doch nicht den Spaß."

Was sind das für Menschen, die daran Spaß haben? Würde jemand erwischt, der so etwas tut und kein Jäger ist, hätte er mit einer Anzeige beziehungsweise einem Bußgeld wegen Tierquälerei zu rechnen. Der eigentliche Skandal aber ist die Haltung von Herrn Urbanski, der dazu feststellt: So etwas sollte nicht in die Öffentlichkeit getragen werden. Also, man darf den Tieren dieses schlimme Leid zufügen, es darf nur niemand erfahren. Es ist gut, dass endlich einmal jemand dabei war und dieses Massaker publik gemacht hat. Ich würde mir wünschen, dass auch die verantwortungsvollen und kritischen Jäger sich hier einmal zu Wort melden und eindeutig Position beziehen, denn bei fast jeder Drückjagd passieren ähnliche Dinge (diese Information gab mir ein Jäger).

Für mich gehört die Jagd in staatliche Hand, beziehungsweise es müsste eine tatsächlich stattfinde Kontrolle geben. Jagd, also das Töten von Tieren, sollte niemals ein Hobby sein. Neben diesen "Fehlschüssen" gibt es weitere tierquälerische Maßnahmen einiger Jäger: Schlagfallen, Schliefanlagen, Ausbildung von Jagdhunden am lebenden Tier und so weiter. Für mich als Christin ist das schwer zu ertragen, denn auch die Tiere sind Geschöpfe Gottes, die Schmerz und Angst fühlen.

Hier noch ein Buchtipp für alle, die wissen möchten, wie viele Jäger ticken: "Jagen, Sex und Tiere essen" von Florian Asche, Rechtsanwalt in Hamburg, passionierter Jäger, Vorstandsmitglied unter anderem in der Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern.

Petra Weinrich, Gartow

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