Online: 09.02.2015 - ePaper: 10.02.2015

Eine gewalttätige Spezies

Betrifft: Thema Jagd

Mal wieder wird das Thema "Jagd" heftig diskutiert, wobei die Leserbriefe leider fast alle am Thema vorbei schießen. Wir wissen doch, dass Menschen eine überaus gewalttätige Spezies sind, wie man weltweit unschwer erkennen kann. Bei der Jagd ist nur ungerecht, dass eine Seite schwer bewaffnet ist und der anderen Seite nur das Weglaufen bleibt.

Deswegen wäre es fair, wenn auch das Wild mit Schusswaffen ausgerüstet wäre. Die Tiere hätten dann auch noch das wunderbare Argument der Hege und Pflege, da sich die Menschen unkontrolliert fortpflanzen, unglaublich viel Schaden auf diesem Planeten anrichten und überhaupt einen geistig ziemlich minderbemittelten Zweig der Säugetiere repräsentieren. Man dürfte es den stolzen Tieren auch nicht übel nehmen, wenn sie Ausstellungen mit Köpfen von erlegten Menschen veranstalten würden. Zumeist würden das wohl Jäger beiderlei Geschlechts sein, aber natürlich könnte man auch den einen oder anderen Kopf von Hundebesitzern vorfinden nebst den Köpfen ihrer kläffenden Vierbeiner, die dem Wild des Waldes garantiert nicht sympathisch sind. Schade wäre natürlich, dass sich wohl überwiegend wohlhabende Tiere das Pachten eines Gebietes zum Menschen-Jagen leisten könnten, während es für die Tiere der angestammten Wälder ein netter kleiner Nebenverdienst wäre. Vielleicht würde es auch bei den Tieren dann einige geben, die Treibjagden auf Menschen und das hinterhältige Abballern selbiger aus dem Versteck heraus kritisieren würden. Aber da würden die aus Hamburg und Berlin angereisten Tiere mit ihren dicken Autos ja wieder das Argument der Hege und Pflege haben. Zu Hause könnten sie dann von der guten frischen Luft, ihrer unglaublichen Treffsicherheit und der tollen Kameradschaft erzählen. Und wenn mal so ein getroffener Mensch vor dem Ableben noch etwas rumzappelt, weil Tier mal nicht gut gezielt hat - selbst schuld, warum ist der auch nicht ruhig stehengeblieben und außerdem: Es sieht ja keiner.

Detlev Richter, Wustrow

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