Online: 10.02.2015 - ePaper: 11.02.2015

Betrifft: Artikel "Ratlos im Fehlhaus" (EJZ vom 5. Februar)

 

Lieber Vorstand vom Regionalmarketing, was war das für ein blamabler Auftritt. Nur Gejammer über die eigene Person und Geschimpfe über das Handeln der EWT von gestern, das kann es ja wohl nicht sein.

Eigentlich, so dachte ich, sollte schon mal ein fertiges Gerüst neuer Ideen dargelegt worden sein. Aber es war ein heilloses Lamentieren - wie immer. Es dreht sich permanent nur im Kreis. Zahllose runde Tische, ewiges KLP - und alternatives Anti-Castor-Geplänkel. Jeder hat seine Berechtigung. Ich verstehe auch die Kunsthandwerker, die sich zu Wort gemeldet haben, etwa Frau Götz: "Niedersachsens wilder Osten." Ist ja richtig, mir aber zu klein gedacht. Wir müssen im Großen denken. Wir müssen nach vorne denken, ja, mit der Zeit gehen.

In den 60er-Jahren fing hier im Landkreis der Tourismus an, aber leider sehen wir das Ergebnis heute. Das Wendland ist nicht mit der Zeit gegangen, stehen geblieben.

Die Alternativen haben, im Zuge des Castors, einen guten Geist in diese Region gebracht. Ist heute immer noch wichtig, aber es muss wieder etwas Neues geben. Was leider überhaupt nicht angesprochen wurde, ist unser neues Projekt, nämlich der "Weg zum Weltkulturerbe". Etwas so Wichtiges wird einfach ausgelassen, interessiert scheinbar nicht.

Frau Wolfrath hat die Region Uelzen erwähnt, was ich sehr unterstützen muss. Vor einigen Tagen konnte man in der EJZ einen Bericht von dem Öko-Regio-Verein Uelzen lesen. Dieser Verein ist vor zehn Jahren gegründet worden, auch der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist seinerzeit gefragt worden. Aber das grüne Wendland hat so einen wichtigen Zusammenschluss von Ökobetrieben anscheinend nicht nötig, genauso wie wir heute noch immer keine grüne Tonne haben, die es in sehr vielen Landkreisen schon gibt. Die Städter haben zum Teil keinen Komposthaufen, sie müssen immer noch ihre Gemüsereste in den Restmüll geben. Welch ein Hochmut!

Auch die Aussage von Herrn Dorendorf kann ich nur unterstützen. Das Kirchturmdenken muss endlich ein Ende haben, und es muss definitiv von außen ein kompetenter Touristiker eingestellt werden, und wir alle, Hoteliers, Ferienhausanbieter und Gewerbe sowie interessierte Menschen können dann mithelfen, Ideen zu liefern. In vielen anderen Urlaubsgebieten Deutschlands wird so etwas von Fachleuten gemacht, und wir sollten das auch endlich Fachleuten überlassen, sonst ist das Wendland bald Geschichte. Wir Hotels und alle Gewerbetreibenden müssen schließlich ein ganzes Jahr hier vom Tourismus leben.

Übrigens, Herr Raubuch hat sich natürlich von der ersten Stunde an im Regionalmarketing sehr bemüht, aber da war er nicht allein auf weiter Flur. Zu der Zeit hat Friedemann Neddens den Verein "Regionalmarketing" noch sehr hingebungsvoll mit geprägt und hat sich mindestens genau so bemüht. Vermissen tue ich unseren Propst Wichert-von Holten, gibt es ihn noch im Vorstand?

Edith Neddens,

Satemin

^ Seitenanfang