Online: 10.02.2015 - ePaper: 11.02.2015

Jubel setzte den Papst "in Ekstase"

Betrifft: Artikel "Größte Messe aller Zeiten" (EJZ vom 19. Januar)

Großer Gott, jetzt ist die Welt nach dem verdammenswürdigen Charlie-Hebdo-Terror für Papst Franziskus wieder in Ordnung. Hunderte Millionen Menschen solidarisierten sich mit Häme auf alles Gläubige. Hohn und Spott auf den Erlöser und seine Mutter und auch auf Allah und seine Propheten sind ein probates Mittel gegen das Aufleben von mittelalterlichen Tendenzen.

Die aufgebauschten Massen jubelnder Männern in Manila haben den in der EJZ auf der ersten Seite abgelichteten Franziskus in Ekstase versetzt. Er rief gleich zum weiteren Missionieren in der Gegend auf, legte damit den Grundstein für neue Glaubenskriege. Mohammedaner, Buddhisten und Hindus werden sich nicht einfach auf die heilige Jungfrau und die Dreieinigkeit einlassen. Nicht sehr gefallen haben kann dem Heiligen Vater die Beschwerde eines zwölfjährigen Mädchens: Warum lässt Gott zu, dass sie und viele andere Kinder von den katholischen Machos pros-tituiert werden? Zu laizistischen Unterricht, gegen religiösen Schnickschnack wendet sich kaum eine Regierung dieser Welt.

Da lobe ich mir ein Wiederaufleben der Sowjetunion. Hoffentlich karikiert Charlie Hebdo diesen frommen Mann im Schoß einer drallen Philippina auf seiner nächsten Titelseite. Auf nun nach Mexiko, einem frommen Land mit 100 Prozent Katholiken. Da wird sogar noch mit dem Segen Gottes zugestochen. Große Ansammlungen würden ihm bestimmt auch in den Anden zuteil. Dagegen lockt er in Dänemark und Norddeutschland selbst mit einem inbrünstigen "Vom Himmel hoch, da komm ich her"-Gesang kaum noch einen Einfältigen hinter dem Ofen hervor.

Fridolin Stoller, Grippel

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