Online: 10.02.2015 - ePaper: 11.02.2015

Ein symbolisches Zeichen

Betrifft: Artikel "Snowden ein Wende?" (EJZ vom 29. Januar) und Leserbrief "Es gibt Wichtigeres" von Wilfried Walter, Schnackenburg (EJZ vom31. Januar)

Herr Walter fragt in seinem Leserbrief, woher ich wisse, dass eine Mehrheit der Deutschen für ein Asyl von Edward Snowden sei. Meine Aussage beruht auf einer Emnid-Umfrage, die am 5. Juni 2014 in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde. 55 Prozent der Deutschen sind demnach für ein Asyl für den Whistleblower. Bei Schülern liegt die Zustimmung mit 84 Prozent am höchsten, bei den über 60-Jährigen liegt sie als einziger Altersgruppe mit 44 Prozent unter der 50-Prozent-Grenze (vgl. http://www.sueddeutsche.de/politik/nsa-affaere-mehrheit-der-deutschen-fuer-snowden-asyl-1.1988528).

Doch die schwarz-rote Bundesregierung traut sich nicht, Edward Snowden als Zeugen für die Befragung im NSA-Untersuchungsausschuss nach Deutschland kommen zu lassen und ihm Asyl zu gewähren. Seine Enthüllungen hatten gezeigt, wie groß das Ausmaß der Ausspähung wirklich ist. Die Verleihung des Wendenpasses verstehe ich als symbolisches Zeichen an Snowden, dass die Bevölkerung in dieser Frage eine andere Meinung vertritt, als ihre Regierung.

Dr. Julia Verlinden,

Lüneburg, MdB,

Bündnis 90/Die Grünen

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