Online: 10.02.2015 - ePaper: 11.02.2015

Zum Wohle der Schüler vor Ort, der Dörfer und der Inklusion

Betrifft: Leserbrief "Zwergschulen weder sinnvoll noch sozial" von Michael Schemionek, Schmarsau (EJZ vom 3. Februar)

Ratsherrenpflicht ist, sich für das Wohl aller Bürgerinnen und Bürger zu engagieren. Dabei sollten wir uns ganz besonders für die Menschen einsetzen, die ihre Interessen nicht selbst artikulieren können und die unserer Hilfe im besonderen Maße bedürfen. Dazu gehören für mich als Ratsherr, Lehrer und Schulleiter unsere Grundschüler. Und hier ganz besonders Schülerinnen und Schüler mit Lernschwächen und sozialen Benachteiligungen.

Seit fast 15 Jahren betreibt die Grundschule Plate als eine der ersten im Landkreis niedersachsenweit die Integration (heute Inklusion) - dies mit Erfolg. Denn ein Kerngedanke von Inklusion ist die Dezentralisierung von Schülern mit Besonderheiten in den Bestand der zehn Schulen im Bereich Lüchow-Wendland.

Genau diese gewachsene Inklusionslandschaft möchte Herr Schemionek zerstören. Er selbst ist auch Pädagoge, Schulleiter der Förderschule "Lernen" in Wittingen, und sträubt sich seit Jahren gegen die Auflösung seiner Förderschule zugunsten der inklusiven Beschulung der Kinder mit Benachteiligung. Erschreckend ist die Tatsache, dass dieser pädagogische Hinterwäldler sich als Sprecher der Mehrheitsgruppe der Samtgemeinde offenbar unwidersprochen aufspielt und mit Gemeinheiten gegen die kleinen Schulen wettern kann.

Die Grundschule Plate hat eine hohe Anzahl von Ausnahmeanträgen. Das stimmt. Bereits im Jahr 2013 hatte Herr Schemionek eine Anfrage nach den Herkunftsorten der Plater Schüler gestellt. Nacheinander musste ich Anfragen zunächst an den Schulträger, dann der Landesschulbehörde beantworten. Ergebnis: Die Fahrkosten sind im Schnitt überhaupt nicht höher, da die meisten Schüler mit Ausnahmeantrag aus Grabow kommen. Und das spart Fahrtkosten. Diese Antwort liegt auch den Ratsherren vor. Trotzdem wird zwei Jahre später wieder Falsches behauptet.

"Zwergschulen" mit nur 30 Schülern sind auf Dauer nicht sinnvoll, aber kleine Schulen mit 60 Schülern durch ihre Überschaubarkeit und den kleinen Klassen sehr wohl. Durch Zusammenlegungen von Schulgrenzbezirken etwa Küsten / Plate / Grabow und Trebel / Wolterdorf könnte dies realisiert werden. Zum Wohle der Schüler vor Ort, zum Wohle der Dörfer, zum Wohle der Inklusion.

Erhard Fröhlich, Hitzacker,

Schulleitung GS Plate

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