Online: 13.02.2015 - ePaper: 14.02.2015

Kein Ohr für Verbesserungen

Betrifft: Neubürger-Empfang der Stadt Hitzacker (EJZ vom 24. Januar)

"Neubürger-Empfang im Café Knigge ein großer Erfolg" - meldete die EJZ. Das stimmt hinsichtlich der großen Zuhörerzahl. Es stimmt nicht im Hinblick auf die Akzeptanz von Verbesserungsvorschlägen. Davon hatte ich einige im Köcher.

1. Aufstellung eines Müllcontainers beim Wohnmobilstellplatz, damit die Gäste nicht die Papierkörbe der Umgebung vollstopfen müssen, worüber sich die Anwohner zu Recht ärgern. Darüber will Bürgermeister Mertins nachdenken, weil ein Müllcontainer Kosten verursacht und Hitzacker kein Geld hat.

2. Eine 30er-Zone rund ums DRK-Altenheim an der Lüneburger Straße und der Drawehnertor-/Dannenberger Straße. Entgegnung des Bürgermeisters: nicht möglich, weil Landes- und keine Kreisstraßen. Einen Versuch zu unternehmen, war indiskutabel. Merkwürdig! Ich kenne keinen Ort, in dem Schulen und Altenheime nicht durch eine 30er-Zone verkehrsberuhigt geschützt werden. Indessen ist selbst die Bundesstraße 5 in Lauenburg weit über den Stadtkern hinaus 30er-Zone. Warum also geht das mit einer Landstraße in Hitzacker nicht? Übrigens hatte ich bereits vor über einem Jahr dem Bürgermeister diesen Missstand mitgeteilt. Auf mehrere Schreiben erhielt ich keine Antwort. Das nennt sich Bürgernähe. Bürgermeister ist eben nur ein Ehrenamt. Auch ein Besuch in der Stadtverwaltung wurde damit beschieden, man fahre dort selbst entlang, es sei noch nie etwas passiert, und alle führen vernünftig. Pustekuchen. Vor einiger Zeit landeten Jugendliche mit ihrem Auto an der städtischen Mauer bei MST/Lüneburger Hof, weil sie viel zu schnell unterwegs waren.

Der dritte Vorschlag fiel ohnehin aus Kostengründen unter den Tisch: Umbau des v.-d.-Bussche-Platzes zum Kreisverkehr, obwohl von den Abmessungen her möglich. Da unterbleibt dann nach so viel Ablehnung des Bürgermeisters der Vorschlag, die jetzige Vorfahrtsregelung zu ändern, indem die Drawehnertorstraße vorfahrtsberechtigt wird und die Lüneburger Straße das Stoppschild verpasst bekommt. Kommt man jetzt aus Richtung Streetz und will nach links in die Lüneburger Straße abbiegen, muss man seinen Kopf um mehr als 60 Grad nach links wenden, um Einsicht in den vorfahrtsberechtigten Verkehr zu bekommen. Für ältere Autofahrer schwierig! Ein weiterer Vorschlag wäre gewesen, am v.-d.-Bussche-Platz ein Hinweisschild für die Wohnmobilfahrer aufzustellen. Viele stehen auf der Kreuzung und kennen den Weg nicht. Also zwängen sich die Dickschiffe durch die engen Gassen der Altstadt. Dabei hat Hitzacker doch gerade für Schilder viel Geld übrig: An allen Ortseingängen wurden Reklametafeln aufgestellt. Alle sind leer. Noch mehr Geld hatte die Stadt für die Granitstufen hinauf zum Weinberg, eingerahmt von Edelstahlgeländern.

Arno Kühnl, Hitzacker

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