Online: 23.02.2015 - ePaper: 24.02.2015

Fachmediziner können Depressionen heilen

Betrifft: Artikel "Alles dunkel, alles grau" (EJZ vom 4. Februar)

Dankbar bin ich Herrn Piel als mahnenden Redakteur der EJZ, dass er den Bericht noch relativiert, indem er darauf hinweist, dass von Depressionen Betroffene über Monate arbeitsunfähig sind. lch als Selbstbetroffener mit Erfahrungen aus den 1990er-Jahren kann - denke ich - glaubhaft berichten, dass es wohl keine tückischere und weniger zu ertragende Krankheit wie die Depression gibt, die viel zu oft im tragischen Suizid endet. Wenn Angehörige über längere Zeit Stimmungs- und Verhaltensänderungen bemerken, sollten Kranke unbedingt in eine fachmedizinische Klinik (Psychiatrie) überwiesen werden, denn mit Antidepressiva, vom Hausarzt verschrieben, ist diese Krankheit, von der heute bereits jeder Vierte oder Fünfte in seinem Leben einmal betroffen sein soll, nicht zu bekämpfen. ln meiner Schulzeit weiß ich von vier Schulkameraden und weiteren Bekannten, die sich aus unerklärten Gründen das Leben nahmen.

Der Freitod wird wie eine erwünschte befreiende Erlösung empfunden, und letztlich sind Betroffene nicht mehr in der Lage, einen erklärenden Abschiedsbrief zu hinterlassen, wie es Menschen mit anderen unheilbaren Krankheiten, die diesen Ausweg suchen, wohl tun würden. Depressionen sind heute heilbar, wenn diese von Fachmedizinern (!) behandelt werden. Der Freitod von Prominenten wie zum Beispiel von Torwart Robert Enke von Hannover 96 sind mahnende Beispiele.

Horst H. Carmienke,

Dannenberg

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