Online: 23.02.2015 - ePaper: 24.02.2015

"Stoppt diesen Wahnsinn"

ZoomDie angedachte Breimeier-Trasse durch den Nordkreis erregt die Gemüter - ein Thema für Leserbriefschreiber.

Betrifft: Artikel "Von Hitzacker nach Wittenberge" (EJZ vom 2. Februar)

Ich entnehme der in der EJZ vom 2. Februar mit großer journalistischer Sorgfalt abgedruckten Vision des Dr. Breimeier beziehungsweise des VCD, dass man auch lange nach der Pensionierung nicht die Hoffnung aufzugeben braucht, der Zukunft seinen Stempel aufdrücken zu können. In diesem konkreten Fall ist es die Umgestaltung von Landschaften und Wohngebieten zu hoch effizienten, den globalen Warenströmen angepassten Bahntrassen. Damit sich’s lohnt, sollten die Güterzüge - aber bitte schön - doppelstöckig sein. Und etwas länger als für gewöhnlich sollten sie auch sein. Immerhin sollte man bei täglich 200 davon - das heißt im Acht-Minuten-Takt - keine Kapazitäten ungenutzt lassen. Es sollen ja wirklich keine unnötigen Störungen für die Anwohner entstehen.

Landschaft gibt es auf der Strecke Lüneburg - Wendisch Evern - Dahlenburg - Göhrde - Hitzacker - ... - Dömitz - Wittenberge ohnehin mehr als genug, und wenn die nicht mehr geschützt werden muss, ist das, gesamtwirtschaftlich gesehen, durchaus als Entlastung zu sehen. Hauptsache: Die in fernen Ländern billig produzierten Waren werden, nachdem sie in den deutschen Seehäfen entladen wurden, schnellstens ins Hinterland verteilt. Und das wird, so die Vision nicht nur des Dr. B., in 20 bis 30 Jahren (also für die nächste Generation) noch viel dringlicher sein als heute.

Solche Überlegungen sind es anscheinend wert, ein "Dialogforum Schiene Nord" einzurichten, um "ergebnisoffen ... die Vor- und Nachteile der verschiedenen Trassen-Varianten zu beraten". Mag sein, dass auch bei mir das Alter zunehmend die Sinne trübt, aber ich würde mir wünschen, dass als gemeinsame Empfehlung dieses Dialogforums stünde: "Stoppt diesen Wahnsinn!"

Dr. Erich Bäuerle,

Nahrendorf

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