Online: 27.02.2015 - ePaper: 28.02.2015

Verführerische Botschaft

Betrifft: Artikel über Kirchenaustritte (EJZ vom 4. Februar)

Laut Bibel werden die Auserwählten in einer von Sünden gereinigten Welt auferweckt. Diese Botschaft hören wir auf vielen amerikanischen Fernsehkanälen, obwohl der Zutritt zum Paradies - heute wie im Mittelalter - scheinbar weniger die Reinigung von Sünden, als vielmehr eine angemessene Menge Geldes verlangt.

Die Verheißung des Paradieses ist eine äußerst verführerische Botschaft. Die versprochene himmlische Belohnung war Anlass für das Blutvergießen und den Wahnsinn der Kreuzfahrer und der Inquisition, um nur zwei Episoden anzuführen. Auch in anderen, nichtchristlichen Lehren findet man dieselbe Bereitschaft zur Ausführung blutrünstiger Taten in der Absicht, sich die unschuldige Glückseligkeit des himmlischen Mutterschoßes nach dem Tod zu sichern.

Der private Pomp eines Tebartz von Elz und sexuelle Missbrauchsfälle haben das Vertrauen in das göttliche Bodenpersonal schwer erschüttert. Und was ist überhaupt mit der Trennung von Kirche und Staat plus Bankwesen? Dass der arbeitenden Bevölkerung die Kirchensteuer gleich vom Lohn abgezogen wird, gibt es nirgendwo auf der Welt, nicht einmal im katholischen Italien oder Spanien.

Claus Kruse, Clenze

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