Online: 27.02.2015 - ePaper: 28.02.2015

Versierten Fachmann für Kommunales desavouiert

Betrifft: Artikel "Keine Mehrheit für Hagel" (EJZ vom 25. Februar)

Es ist eine schlimme Tatsache, dass Frank Hagel nicht zum Ersten SG-Rat in der Elbtalaue gewählt worden ist. Es haben sich leider nicht genug Stimmen für ihn gefunden, die Mehrheit hatte er. Mit ihm ist ein versierter Fachmann für Kommunales in einer unverantwortlichen Art und Weise desavouiert worden. Die Samtgemeinde hat es dringend nötig, dass an der Spitze wieder jemand agiert, der sich für seine Verwaltung interessiert und sie voranbringt. Das war bei Petra Steckelberg der Fall, und das wäre bei Frank Hagel zweifelsohne auch der Fall gewesen.

Für die Nichtwahl ist ausschließlich eine Person verantwortlich, und das ist der amtierende Samtgemeindebürgermeister Meyer. Dem ist es nicht gelungen, eine qualifizierte Mehrheit zu organisieren. Wie seine Personalpolitik aussieht, ist in den letzten Monaten doch mehr als deutlich geworden. Da sägt er zunächst eine allseits anerkannte Frau als erste Samtgemeinderätin ab, schafft es dann nicht, seine erste Wahl zum Bleiben zu überzeugen, muss deshalb die Wahl absetzen und lässt jetzt einen sehr guten Kommunalbeamten ins offene Messer laufen. Sieht so ein überwältigend guter Samtgemeindebürgermeister aus? Bestimmt nicht, vielmehr sollte Meyer über Konsequenzen nachdenken. Aber das ist seine Stärke nicht: Verantwortung zu übernehmen. Stattdessen wird sich hinter nichtöffentlich tagenden Gremien und Kungelrunden versteckt und versucht, das völlige Versagen an der Spitze zu kaschieren. Der CDU-Bürgermeister Jürgen Meyer hat es nicht geschafft, seine Leute hinter sich zu bringen.

Was den Autor des Artikels nun reitet, die Verantwortung auch noch in die Richtung derer zu schieben, die offenkundig geschädigt worden sind, bleibt wohl sein großes Geheimnis. Sind da nicht viel mehr Grenzen auch nur annähernd objektiven Journalismus' aus anderen Gründen überschritten? Wie will denn die EJZ, also der Autor -as-, aus üblicherweise sicheren Quellen erfahren haben, wie jemand in einer geheimen Abstimmung abgestimmt hat? Sollte das jemand wissen, würde das darauf hindeuten, dass bei der geheimen Wahl manipuliert worden ist. Waren die Stimmzettel etwa gekennzeichnet? Hat es andere Markierungen gegeben? Auch wenn Jürgen Meyer jahrelange Rechtsverstöße bei der Erstellung kommunaler Jahresabschlüsse zu verantworten hat, wird er doch ohne Frage nicht so weit gehen. Das kann selbst -as- nicht ernsthaft vermitteln wollen. Also sind die vermeintlich sicheren Quellen völliger Unsinn.

Wir brauchen in der Elbtalaue endlich Ruhe, damit sich wieder auf die wichtigen Belange konzentriert werden kann. Dazu gehören nicht endlose Reiseprogramme des Samtgemeindebürgermeisters, sondern eine gute Personalentwicklung für eine leistungsfähige Verwaltung, Grundsatzentscheidungen, eine familienfreundliche Schulentwicklung und Entwicklungsperspektiven, die für die Bevölkerung in allen Gemeinden gelten. Dazu gehört auch eine kraftvolle Leitung der Verwaltung. Es wird Zeit, Herr Meyer!

Klaus-Peter Dehde, Neu Darchau

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