Online: 06.03.2015 - ePaper: 07.03.2015

Weg mit der Sperre

Betrifft: Veränderungssperre Gorleben

Es ist einfach erschreckend, wie schnell vergessen werden kann. Die Veränderungssperre für Gorleben soll weiter festgeschrieben bleiben. Statt den "Schwarzbau" (Jürgen Trittin/Grüne) Gorleben zuzuschütten, soll dieser Standort gegenüber anderen noch nicht einmal in Ansätzen gesuchten Orte für zehn weitere Jahre privilegiert werden. Wer erinnert sich noch daran, wer federführend diese "Veränderungssperrenverordnung" erfunden und durchgesetzt hat? Dr. Bruno Thomauske, damals Abteilungsleiter im Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Was macht dieser "Wissenschaftler" der Atomkonzerne heute? Er sitzt in der Endlagerkommission. Nachdem seine Arbeit getan war, hat er das BfS verlassen und wurde als technischer Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH belohnt. Hat dabei ein wenig Pech gehabt mit den durchgebrannten Trafos seiner AKW Krümmel und Brun(o)s-büttel. Ist aber weich gefallen. War bald Inhaber eines vom Atomkonzern RWE finanzierten Lehrstuhls an der RWTH Aachen, wurde Leiter des dortigen Instituts für Nukleare Entsorgung und Techniktransfer. Hat anschließend mit seiner Beratungsfirma "International Nuclear Safety Engineering GmbH (NSE international)" (die, laut Homepage, "über ein hervorragendes Netzwerk am Standort Aachen sowie im In- und Ausland" verfügt), mit einer "Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben" technische Rahmenbedingungen zusammengestellt, mit denen ein Atommüll-Endlager im maroden Gorlebener Salzstock ermöglicht werden soll. Und sitzt nun in der Endlager-Kommission, um den schwarzen Fleck Gorleben weißzuwaschen.

Frau Hendricks, schalten Sie Ihr und das gesellschaftliche Erinnerungsvermögen mal ein und setzen Sie ein Zeichen! Weg mit der Thomauske-Veränderungssperrenverordnung!

Dieter Metk, Tarmitz

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