Online: 06.03.2015 - ePaper: 07.03.2015

Trasse verhindern

Betrifft: Artikel "Die Angst vor dem Güterverkehr" (EJZ vom 3. März)

Die EJZ bemängelt, dass auf der Veranstaltung die Befürworter der sogenannten Breimeier-Variante (hauptsächlich VCD und Fahrgast-Rat) nicht zu Wort kamen und die Argumente pro Trasse nicht angehört wurden. Die Problematik ist leider eine andere. Der VCD, unterstützt durch den Fahrgast-Rat, hat beim Dialogforum in Celle die obige Trasse eingebracht, unterlegt durch das Hein-Gutachten. Im weiteren Verlauf des Dialogforums wird jetzt bis Ende des Jahres eine optimale Trassenführung für Niedersachsen ausgesucht. Dabei werden nur noch die offiziell vorliegenden Konzepte mit deren Trassenverlauf und Betriebskonzept diskutiert. Für die Trasse durch das Wendland stehen folgende Fakten im Gutachten: doppelgleisiger elektrifizierter Ausbau (Seite 10 ff.), Kapazität zwölf Züge pro Richtung pro Stunde (Seite 31), die Strecke soll für Güterzüge mit 100km/h ausgelegt werden, für Personenzüge mit 140 km/h (Seite 31), kostendeckend ist die Strecke bei etwa 200 Zügen pro Tag, erst bei 410 Zügen pro Tag amortisiert sich die Strecke in knapp 60 Jahren (Seite 39). die Trasse dient dem Güterfernverkehr, nicht dem Güternahverkehr (Seite 5).

Wenn der VCD und der Fahrgast-Rat jetzt auf der Veranstaltung gegenüber der Politik und Öffentlichkeit mit anderen Zahlen, eingleisiger Streckenführung, moderatem Güterverkehr argumentieren, sind die dahinterliegenden Absichten offensichtlich. Eine Realisierungsmöglichkeit für die Trasse besteht nur bei einem Ausbau entsprechend dem Gutachten. Diese Trassenführung ist aber nicht durchsetzbar, also argumentiert man hier mit anderen Fakten und Zahlen, wohlwissend, dass diese keinerlei Bedeutung haben. Diese Doppelzüngigkeit führt verständlicherweise zur Empörung bei den Trassengegnern und erschwert eine sachliche Diskussion.

Von daher fordere ich den VCD und den Fahrgast-Rat auf, gemeinsam mit den Gegnern die Breimeier-Variante zu verhindern. Dann werden viele, die jetzt gegen die Trasse sind, einen moderaten Ausbau der Wendlandbahn, so wie der Fahrgast-Rat ihn hier in der Öffentlichkeit vorschlägt, auch unterstützen.

Gerhard Rechel, Hitzacker

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