Online: 06.03.2015 - ePaper: 07.03.2015

Was ist moderat?

Betrifft: Leserbrief "Moderater Verkehr" von Thorsten Hensel (EJZ vom 3. März)

Den Diskussionen über die geplante Trasse im Dialogforum Schiene-Nord (am Ende soll eine Empfehlung ans Bundesverkehrsministerium stehen) liegt eine Studie des VCD zugrunde. In ihr finden sich mehrere Angaben über eine zu erwartende Kapazitätsauslastung von 200 oder 220 Zügen pro Tag und Richtung, das heißt von 400 Zügen pro Tag. Auf Seite 39 findet sich eine Abschätzung über Kosten und Erlöse. Die niedrigste Zahl, die dort indirekt ermittelt werden kann (im Zusammenhang mit S. 38), sind insgesamt 108 Züge pro Tag, das heißt alle 13 Minuten einer. Bei dieser Anzahl verursacht der Betrieb der Strecke aber erhebliche Verluste. Man kann leicht ausrechnen, dass ein verlustfreier Betrieb bei 200 Zügen am Tag (alle sieben Minuten einer) beginnt. 200 Züge sind also das absolute Minimum, mit dem zu rechnen ist. Die maximale Kapazität der Strecke liegt übrigens bei 576 Zügen pro Tag.

Der Fahrgast-Rat geht mit nichts als Wunschvorstellungen an die Öffentlichkeit. Leider kommt er damit zu spät, weil nicht seine Wünsche, sondern die oben genannte und leider eingereichte Studie Basis für die Entscheidungsfindung ist. Seine Einflussmöglichkeit auf den Betrieb der Strecke, so sie denn gebaut wird, ist null. Und was ist "moderat"? Und wer ist nun blauäugig?

Jens Böhling,

Hitzacker

^ Seitenanfang