Online: 11.03.2015 - ePaper: 12.03.2015

Bedenklicher Realitätsverlust

Betrifft: gescheiterte Wahl zum 1. Samtgemeinderat in der Elbtalaue

Die Wahl eines Stellvertreters des SG-Elbtalaue-Bürgermeisters Jürgen Meyer ist desaströs gescheitert, ein Image-Schaden für unsere Region auf lange Zeit. Die Regie des Auswahlverfahrens lag ausschließlich bei Jürgen Meyer und damit auch die volle Verantwortung, doch er verweigert das Schuldanerkenntnis in seiner eher selbstherrlichen Art. Wir hatten eine exzellente Erste Samtgemeinderätin, Frau Steckelberg. Sie war loyal, voller Sachkenntnis und eine Botschafterin mit anziehendem Charme, ein Gewinn für unsere Samtgemeinde. Irgendwelche Zweifel an ihrer Persönlichkeit gibt es bis heute nicht. Es wäre selbstverständlich gewesen, ihre Amtszeit zu verlängern, trotzdem wurde ihr eindringlich nahegelegt, nicht erneut zu kandidieren. Man scheute nicht davor zurück, ihr die Lebensgemeinschaft mit dem hiesigen Landrat anzulasten, eher doch ein Vorteil für die Belange der Samtgemeinde. Dabei wurde ausgeblendet, dass Jürgen Meyer seit Jahren der Vorgesetzte im Amt seiner Lebenspartnerin ist, bei aller Liebe, dies ist ein Unding.

Die Wahl des neuen Vertreters wurde anberaumt noch vor Weihnachten vorigen Jahres, erst jetzt, im dritten (!) Anlauf, erfolgte mit einem weiteren Kandidaten der Wahlentscheid, der jede Professionalität vermissen ließ. Wie Insider erklären, musste Jürgen Meyer wissen, dass es knapp werden würde für seinen Kandidaten. So konnte es nicht ausreichen, nur mit den Fraktionsvorsitzenden über die Zustimmung zu befinden. Die Warnzeichen waren zu deutlich, es gab großen Unmut, dass Jürgen Meyer nicht in die Fraktionen gegangen ist, um sich mit den einzelnen Ratsmitgliedern auszutauschen. Aber wer sich so weit oben wähnt, umgeht die Niederungen. Auch die allerletzten Alarmzeichen am Wahltag, dass vier Ratsherren der Sitzung fernblieben, ließen den Samtgemeindebürgermeister nicht die Notbremse ziehen, ein bedenklicher Realitätsverlust.

Unser Ruf ist ruiniert, qualifizierte neue Kandidaten werden einen weiten Bogen um die SG Elbtalaue machen, es wird einen Verlegenheits-Kandidaten geben, das Mittelmaß wird obsiegen. Unendlich bedauern kann man nur, dass die gezeigte bräsige Kandidatenfindung Herrn Frank Hagel nichtsahnend ins offene Messer hat laufen lassen. Er, der wirklich nichts dafür konnte, ist zutiefst verletzt worden.

Und der EJZ fehlt es an der gebotenen Sensibilität. Es kann nicht sein, Herrn Hagel nach der misslungenen Wahl großformatig, präsidial und zuversichtlich am Schreibtisch sitzend zu zeigen. Und die Bemerkung, dieser habe das Angebot zu einer Erklärung ausgeschlagen ist einfach unpassend, ja ärgerlich.

Manfred Stahnke,

Hitzacker

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