Online: 13.03.2015 - ePaper: 14.03.2015

"Angstmacherärzte handeln unethisch"

Betrifft: Artikel "Glaubensfrage Impfungen" (EJZ vom 28. Februar)

Masern (Keuchhusten, Kinderlähmung, Diphterie, Hirnhautentzündung etc.) sind gefährliche, prinzipiell lebensbedrohliche Infektionskrankheiten. Wenn in einem modernen Land wie Deutschland ein Kind an einer, durch eine einfachste Maßnahme wie eine Schutzimpfung, zu vermeidende Infektion stirbt, so ist das eine Katastrophe. Diese Katastrophe ist deswegen nicht kleiner, weil sie auch von Ärzten herbeigeführt wurde. Sicher haben sich die Eltern in Berlin von einem Arzt beraten lassen und dieser hat sie "aufgeklärt", dass Masern völlig harmlos sind und es doch richtig gut wäre, wenn sich das Kind daran ansteckt. Jetzt ist es tot! Eine grandiose ärztliche Leistung. Wahrscheinlich hat der Herr Kollege auch gesagt: "Die Risiken einer Impfung werden deutlich unterschätzt". Ich wünsche den Eltern einen guten Rechtsanwalt. Der kleinste Teil der "impfskeptischen Eltern" lehnt Impfungen aus religiösen Gründen ab. Mir ist keine Religion bekannt, die Impfungen ablehnt.

Nein, gerade Ärzte versündigen sich an Kindern, indem sie Eltern mit angeblichen Komplikationsmeldungen verunsichern, die aber erstaunlicherweise niemals beim Gesundheitsamt gemeldet werden. Diese Angstmacherärzte entwickeln einen geradezu missionarischen Eifer und sind damit die eigentliche Ursache dafür, dass in Deutschland Kinder an Infektionskrankheiten sterben müssen. Sie handeln in hohem Maße unethisch, denn die Aufgabe des Arztes ist es, Krankheiten zu bekämpfen und das Leben zu schützen. Alle Masernepidemien der vorigen Jahre ließen sich eindeutig einzelnen, falsch informierenden, angstmachenden Ärzten zuordnen.

Das alles hat nichts, aber auch gar nichts mit Glauben zu tun, sondern es ist ärztliches Fehlverhalten. Ich wünsche mir eine jährliche Pflichtweiterbildung zum Thema Impfen für alle Ärzte.

Dr. med. Roland Abshagen,

Lüchow, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

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