Online: 17.03.2015 - ePaper: 18.03.2015

Auf falscheFährte geführt

Betrifft: Artikel "Keine neuen Standorte" (EJZ vom 5. März)

 

Zitat aus dem Artikel: Bisher seien 0,05 Prozent der Fläche für Windkraftanlagen genutzt. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts müssten die Regionen der Windkraft jedoch ,substanziell Raum' geben. Das bedeutet nach den Vorstellungen des Gerichts einen Flächenanteil zwischen 0,5 und 1,5 Prozent.

Die Zahl 0,05 Prozent der Fläche wurde tatsächlich von der Verwaltung dermaßen oft genannt, dass der Eindruck entstehen musste, das wäre die relevante Zahl. Selbst auf Nachfragen wurde nicht die Zahl genannt, wie viel der Landkreis bisher schon ausgewiesen hat. Dafür wurde ausführlich ausgemalt, wie schrecklich es wäre, wenn der Kreis nun nicht dem Vorschlag der Verwaltung folgen würde. Von daher verwundert es nicht, dass sich auch eine von Berufs wegen kritische Person wie der Reporter der EJZ auf die falsche Fährte führen ließ.

Im "Umweltbericht im Rahmen der 1. Änderung des Regionalen Raumordnungsprogrammes (RROP) 2004 des Landkreises Lüchow-Dannenberg, sachlicher Teilabschnitt ,Windenergienutzung'" ist das aber nachzulesen: Potenzialflächen Bestand (RROP 2004) 661 Hektar (etwa 0,54 Prozent). Diese könnten aufgrund einer Umweltprüfung eventuell auf 0,45 Prozent verringert werden. Die 0,05 Prozent beziehen sich lediglich auf die zusätzlich neu ausgewiesene Fläche.

Das heißt, mit 0,54 Prozent ist der Kreis bereits jetzt innerhalb der Vorstellungen des Gerichts (0,5 bis 1,5 Prozent). Bedenkt man dann noch die besonderen Umstände im Kreisgebiet (westlicher Teil fällt von vorneherein weg und im Rest überdurchschnittlich viele Schutzgebiete), so frage ich mich wirklich, was der eigentliche Zweck der Veranstaltung war.

Und dass es einzelne Abgeordnete nicht geschafft haben, sich auf das Thema vorzubereiten und/oder mit ihren Fraktionen zu sprechen, sodass sie den Antrag stellen mussten, das Thema hinter verschlossenen Türen zu bemauscheln, lasse ich mal lieber unkommentiert.

Bernhard Schönhammer

und Stephan Grobe, Prezier

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