Online: 17.03.2015 - ePaper: 18.03.2015

Jeder sollte selbst entscheiden

Betrifft: Leserbrief "Angstmacherärzte handeln unethisch" von Dr. Roland Abshagen, Lüchow (EJZ vom 14. März)

 

Zurzeit erscheint ja fast jeden Tag in den Medien ein Artikel zum großen Masernausbruch in Berlin, wobei ein Säugling gestorben sein soll. Das ist sehr schlimm. Dennoch frage ich mich, warum dieses Thema dermaßen, teilweise unfair diskutiert wird. Ich bin nur ein medizinischer Laie, frage mich aber nach ausführlicher Beschäftigung mit dem Thema seit Jahren immer mehr, woher die ganzen Diabetes-, Allergie-, MS-, Hyperaktivitätserkrankungen und so weiter im Kindes- beziehungsweise Jugendalter in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten kommen. Nur durch unsere Lebensweise und die ungesunde Ernährung, Umweltverschmutzung etc.?

Unsere Lebensbedingungen wie ausreichende Ernährung, frisches Trinkwasser, Hygiene, ein warmes Zuhause haben sich in der Regel verbessert gegenüber den Zeiten der großen Seuchen. Und trotz alledem sind diese neuen Krankheiten explosionsartig in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten aufgetaucht.

Wenn ich mir schon solche Fragen stelle, verwundert es mich doch etwas, dass Medizinern solche Gedanken nicht kommen sollen. Schließlich sitzen vor ihnen die Betroffenen, deren ganze Lebensplanung mit der Diagnose einer schweren Erkrankung von einem Tag auf den anderen über den Haufen geworfen wurde.

In derselben Zeitungsausgabe erschien übrigens der Artikel über zwei ungeimpfte Schüler, die von ihren jeweiligen Schulen vom Schulbesuch ausgeschlossen wurden (bestätigt durch ein Gericht). Wir haben momentan keinen Impfzwang. Wir haben aber eine Schulpflicht. Sollte nicht jeder "mündige Patient" selbst über eine etwaige Impfung entscheiden (ohne Druck und Zwang) nach gründlicher Aufklärung durch seinen Arzt über die Vorteile, aber auch die Risiken?

Gudrun Frölke, Lüchow

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