Online: 20.03.2015 - ePaper: 21.03.2015

Enttäuscht von den Grünen

Betrifft: Artikel "24-fach größere Windpotenzialfläche" (EJZ vom 17. März)

Als häufiger Besucher des Landkreises Lüchow-Dannenberg bin ich doch sehr enttäuscht über den Beschluss des Kreistages vom 16. März, durch den es noch mehr Windenergieanlagen im Wendland geben soll. Das heißt: noch stärkere Verunstaltung der so einzigartigen Landschaft, noch mehr Menschen, die durch Lärm und Schattenschlag der Anlagen gesundheitlich geschädigt werden, und noch mehr tote Vögel und zerfetzte Fledermäuse unter den Anlagen.

Besonders enttäuscht bin ich davon, dass die Grünen in der Kreistagssitzung der Ausweitung von Vorranggebieten für Windkraftanlagen geschlossen zugestimmt haben. Noch vor einem Jahr, als der Kreistag und seine Fachausschüsse schon einmal über solche Vorranggebiete eine Entscheidung getroffen hatten, stimmten die Grünen meines Wissens geschlossen gegen eine Verringerung von Schutzabständen zu Wohnsiedlungen, Natur- und Landschaftsschutzgebieten. Nun sind sie mal wieder umgefallen. Sie haben sich der Meinung von CDU und SPD voll angeschlossen. Nicht aus rationalen Erwägungen, sondern aus ideologischen Gründen: Als politische Partei, so offenbar ihre Begründung, deren Geschichte bis zum heutigen Tag mit dem Kampf gegen Atomenergieanlagen eng verbunden ist, müsse sie zugunsten aller alternativer Anlagen zur Produktion regenerativer Energie stimmen. Selbst wenn diese Anlagen Menschen in ihrer Umgebung krank machen, Tiere töten und die Natur verunstalten.

Schade, sehr schade! Zumindest einen ihrer Stammwähler hat sie mit dieser einhundertprozentigen Kehrtwende zugunsten der finanzkräftigen Windenergie-Lobby und zulasten von Mensch, Tier und Natur verloren.

Ferdinand Hoppe,

Wittenberg

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