Online: 20.03.2015 - ePaper: 21.03.2015

Clenze gut geeignet

Betrifft: Artikel "Hilfsnetzwerke wichtig" (EJZ vom 13. März)

Schade! Clenze ist als Ort so gut geeignet, um Flüchtlinge aufzunehmen: Fußläufig erreichbar sind Schulen, Arztpraxen, verschiedene Einkaufsmöglichkeiten; eine Betreuungsgruppe von Ehrenamtlichen ist bereits vorhanden, die sich um die Menschen kümmert, die unsere Sprache nicht sprechen und sich hier nicht auskennen. Was fehlt sind Wohnungen, die von bereitwilligen Vermietern an die Sozialbehörde gemeldet werden und bei Eignung vom Vermieter an Flüchtlinge vermietet werden können, wobei die Sozialbehörde die Miete zahlt.

Was aber vor allen Dingen fehlt, sind Initiative und sozial bewusste Politiker, die sich nicht wegducken, sondern erkennen, was jeweils ihre Aufgabe in dem Zusammenhang ist. In diesem Fall wäre zumindest Öffentlichkeitsarbeit notwendig, um Vermieter zu ermutigen und ihnen zu vermitteln, dass das Sozialamt die Miete zahlt, auch wenn die Flüchtlinge als Vertragspartner den Mietvertrag abschließen. Den Clenzer Politikern sollte klar sein, dass das humanere Unterbringungskonzept für Flüchtlinge in Wohnungen, das der Landkreis verfolgt und das Massenunterkünfte überflüssig macht, nur realisierbar ist bei einem ausreichenden Wohnungsangebot.

Die UWG hat mit dem Infoabend im Clenzer Culturladen einen hoffnungsvollen Anfang gemacht. Ich wünsche Clenze sehr, dass dort eines Tages eine ähnlich erfolgreiche Flüchtlingsaufnahme stattfindet wie in der Gemeinde Schnega. Dort haben Bürgermeister und Gemeinderäte ihre Aufgabe sofort erkannt, angenommen und entsprechend gehandelt.

Monika Baumgartner,

Warpke

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