Online: 23.03.2015 - ePaper: 24.03.2015

Arbeitsschwerpunkte der Bürgerinitiative sind vielfältig

Betrifft: Artikel "Gut gefüllte Aktionskasse trotz Durststrecke" und Kommentar "Rollenspiele" von Karl-Friedrich Kassel (EJZ vom 17. März)

Gerne möchte ich die Berichterstattung über die Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg ergänzen: Die Debatte drehte sich weniger darum, ob man mit Parteipolitikern und Gremien spricht, sondern wie und nicht ob man Porträts in der Gorleben-Rundschau bringt, sondern wie. Das "mit 25000 Euro subventionierte" monatliche Mitteilungsheft der BI hatte in der aktuellen Ausgabe auf zwei ganzen Seiten das Konterfei des Vorsitzenden der Endlagerkommission Michael Müller präsentiert. Das dazugehörige Interview erschien manch Teilnehmenden der Mitgliederversammlung nicht gelungen.

Im Übrigen ist die Wahrnehmung, die BI habe "immer mit allen gesprochen", nicht zutreffend. Als Beispiel nenne ich den nicht erwünschten "Dialog" mit dem damaligen Bundesumweltminister Röttgen. Unter dem Motto "Er log. Sie log. Dialog" lehnte nicht nur die BI, sondern der gesamte Widerstand des Landkreises die Einbindungsversuche ab. Natürlich redet die BI mit Politiker/innen, hier wird ein falscher Eindruck erweckt, wenn behauptet wird, es gebe Menschen, die fordern, das solle unterbleiben.

Doch zeitlich und inhaltlich liegen unsere tatsächlichen Arbeitsschwerpunkte mehr im Kontakt mit zahlreichen im und mit dem BI-Büro Austausch Suchenden, dem Schulterschluss mit weiteren bundesweiten und internationalen Initiativen, dem Organisieren von Veranstaltungen, der Pressearbeit, der Öffentlichkeitsarbeit, dem Betreiben einer Web- und Facebook-Seite, dem Besuch von Informationsveranstaltungen und Vernetzungstreffen, dem Organisieren und der Ausführung von Demos, dem Erstellen von Informationen, dem Erarbeiten wissenschaftlicher Standpunkte und deren Verbreitung durch Printmedien und Veranstaltungen, dem Kontakt zu Initiativen im Landkreis sowie zu den existierenden aktuellen Gruppen, wie beispielsweise der Fukushima-Mahnwache und der KLP-Gruppe Breese/Marsch "Leben hinterm Verladekran". Dazugekommen ist eine ganz neue Sparte, die des Protestes gegen Fracking. Auch hier gibt es eine landes- und bundesweite Vernetzung und bisher zwei sich regelmäßig treffende Ortsgruppen, Infobroschüren, Veranstaltungen, von der BI entworfene und produzierte Fahnen, Aufkleber.

Die Aufzählung ist unvollständig, zeigt aber, dass wir mehr zu bewältigen haben, als die Frage, ob wir und gegebenenfalls wie wir mit Politiker/innen reden.

Die Gefahr, dass bundesweit in der Bevölkerung der Eindruck entsteht, es sei alles geregelt, kein Castor mehr nach Gorleben, ein Endlager wird gesucht - überall, nur nicht in Gorleben und heimlich das Endlager Gorleben in Berlin an runden Tischen weitergebaut wird, ist groß. Dem setzen wir gemeinsam mit der Kulturellen Landpartie am 22. Mai dieses Jahres eine große festliche Aktion entgegen: die Kulturelle Widerstandsparty. Mitstreiter/innen sind sehr willkommen!

↔Kerstin Rudek, Pretzetze

^ Seitenanfang