Online: 13.04.2015 - ePaper: 14.04.2015

Wild ein Kulturgut von unschätzbarem Wert

Betrifft: Artikel "Ziel: Muffelwildbestand erhalten" (EJZ vom 8. April)

Spätestens bis zum Auftauchen der ersten Wölfe in Niedersachsens Ostheide war die Gelegenheit da, zumindest einen Teil des Muffelwildbestandes in der Göhrde durch Fang und anschließende artgerechte Gatterung auch der Nachwelt zu erhalten. Der Muffelbestand - und nicht nur der - ist akut durch den Wolf gefährdet. Muffel kennen ihm gegenüber kein Feindverhalten.

Der in der Göhrde noch vorhandene Restbestand gilt als der genetisch wertvollste in Deutschland. Die Verantwortlichen stehen in der Pflicht, auch der Öffentlichkeit gegenüber, umgehend zu handeln. Unser Muffelwild wird sonst unwiederbringlich verloren sein.

Nach wie vor ist es für die Jägerschaft der gesetzliche Auftrag, einen artenreichen gesunden Wildbestand zu sichern und zu erhalten. Halten wir uns daran - ohne Wenn und Aber. Mit Absichtserklärungen wurde bisher noch kein so schützenswertes Wildtier gerettet. Dass die extrem gestressten Wildtierbestände Schäden verursachen, ist menschengemacht. Die jagdlichen Konzepte in Form rücksichtsloser Bejagung haben mit den bekannten Folgen schon jetzt ins Desaster geführt.

Die sich unerwartet schnell vermehrenden Wölfe feuern die außer Kontrolle geratene Situation zusätzlich an. Schuld daran sind nicht die Wildtiere. Allein der rücksichtslos wirtschaftende Mensch, für den die viel zitierte Nachhaltigkeit zu einer Farce verkommen ist, trägt dafür die Verantwortung.

Wildtierkonzepte zum artgerechten Erhalt sind mit klugen Bejagungskonzepten in Einklang zu bringen. Wildtiere, auch unser Schalenwild, sind ein Kulturgut von unschätzbarem Wert. Sensibilität und Mitgefühl sollten uns Jäger stets in unseren Aktivitäten begleiten, denn: Totschießen allein genügt nicht!

Reinhard Heck,

Hitzacker

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