Online: 01.05.2015 - ePaper: 01.05.2015

Kurzfristig gedacht

Betrifft: Artikel "Edeka-Markt statt Wohnprojekt" (EJZ vom 17. April)

In welcher Zeit leben wir eigentlich? Wo ethische und ökologische Selbstverständlichkeiten die Ausnahme bilden, während der Irrsinn als Normalität durchgeht.

Bei der langen Vorplanung für viele Geschäftsmodelle haben die Verantwortlichen bestimmt auch schon den Abbau der dann entstehenden Betonwüste (Edeka) geplant. Dann werden neue Gärten entstehen?! Ein negatives Beispiel kann in Clenze gegenüber der Grundschule besichtigt werden (früher Plus/Netto).

Warum wurde vor langer Zeit überhaupt ein zweiter Supermarkt (Edeka/Rewe) in der Nähe genehmigt? Wo liegt jetzt der Vorteil, wenn der gleiche Fehler in der Nähe des Famila-Marktes wiederholt werden soll?

In Deutschland werden jeden Tag 74 Hektar an Siedlungs- und Verkehrsflächen versiegelt. Das entspricht einer Fläche von 106 Fußballfeldern. Wo ist die Lobby für noch intakte Garten- und Brachflächen mitsamt den kleinen Lebenwesen? Was ist das für eine Planung, die wieder kurzfristig gedacht, aber nicht zum Wohle aller Menschen ausgerichtet ist? Es ist immer das Gleiche: Die Belange des Konsums haben Priorität. Den einzigen Kompromiss, den ich mir vorstellen könnte, wäre eine kleine Einheit für hilfebedürftige Menschen unter Einbezeihung der vorhandenen Gärten.

Ute Brinkmann,

Dannenberg

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