Online: 08.05.2015 - ePaper: 09.05.2015

Nachhaltige Stadtentwicklung

Betrifft: Artikel "Das Entwicklungsdilemma" (EJZ vom 30. April)

Für den sehr aussagefähigen Bericht vom 30. April in der EJZ über das Bauvorhaben in Dannenberg danke ich. Die Herren Wieczorek und Hanelt sind Geschäftsleute, und es ist daher nicht zu beanstanden, wenn sie deutlich machen, dass es in ihrem Interesse liegt, Gewinne durch Investitionen zu erzielen.

Die Art und Weise jedoch, wie sie ihre Interessen durchdrücken wollen, verurteile ich scharf. Eine Gruppe will die Umsetzung des in öffentlicher Sitzung des Bauausschusses demokratisch zustande gekommenen Beschlusses verhindern. Die ehrenrührige Äußerung eines Ratsherrn sagt mehr über die eigene Charakterlosigkeit des feigen anonymen Heckenschützen aus als über die so Gescholtenen.

Der Vorschlag, hiesige Handwerksbetriebe könnten sich an der Ausschreibung für das Bauvorhaben der Terraplan beteiligen, ist gut gemeint, aber unrealistisch. Sollte dies einer auf dem Foto abgebildeten Handwerker wagen, würde ich an Stelle von Herrn Wieczorek meine Geschäftsbeziehungen mit demjenigen sofort und endgültig beenden. Die Betriebsinhaber haben keine Entscheidungsfreiheit, wohl aber die Ratsdamen und -herren, die hoffentlich eine nachhaltige Stadtentwicklungspolitik und nicht eine kurzfristige Klientelpolitik betreiben.

Ratsherr Kurt Herzog hat sich durch seine Äußerung, er sei nicht gewillt, sein Gartengrundstück zu verkaufen, als wahrer Kapitalist gezeigt. Der Grundgesetz-Artikel 14 (2) "Eigentum verpflichtet" und "Gemeinnutz geht vor Eigennutz" wird als Parole zwar gern im Munde geführt, gilt vermutlich jedoch nur für die anderen. Vielleicht ist es auch nur der Versuch, den Preis für den Garten durch anfängliche Weigerung gegen den Verkauf in die Höhe zu treiben. Pecunia non olet!

Die Stadt Dannenberg hat im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung genügend Plätze in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Als Samtgemeindebürgermeister hat Jürgen Meyer die Pflicht, nicht nur an Dannenberg, sondern auch an die Stadt Hitzacker zu denken. Die Hilfe von Herrn Wieczorek wird in seiner Heimatstadt dringend benötigt, steht sie doch zum wiederholten Mal vor einem finanziellen Scherbenhaufen. Auch die Investitionen von Herrn Hanelt im dortigen DRK-Heim wären sicher willkommen. Und alles ohne jeden Erpressungs-versuch.

Wolfgang Brandt,

Dannenberg

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