Online: 22.05.2015 - ePaper: 23.05.2015

Die Vernunft hat gesiegt

Betrifft: Artikel "Keine Gnadenfrist für Schulen" (EJZ vom 22. April)

Als Ratsmitglied der Samtgemeinde Lüchow (Wendland) möchte ich zur Sitzung etwas erklärend hinzufügen. Nach dem Antrag der Schulen Schnega und Bergen um Aufschiebung der Schließung war ich fast geneigt, trotz der hohen jährlichen Kosten von 115000 Euro (ich hatte sogar 150000 Euro verstanden) diesem zuzustimmen. Es geht ja um die Befriedung der Situation, ich habe Verständnis, dass Eltern, Lehrer, Kinder und Einwohner um ihre Schulen trauern und noch ein Jahr Verlängerung wünschen. Da wir keinen Fraktionszwang haben, kann ich durchaus guten Argumenten selbstständig folgen und meine Meinung auch einmal ändern, wenn man mir plausibel machen kann, wieso ich einem geänderten Antrag zustimmen soll.

Die guten Argumente sind allerdings so dünn gewesen, die Schulleitung Schnegas so wenig überzeugend, und auch Bergens Schulleitung konnte letztlich nicht punkten. Ganz im Gegenteil: Nach der Tischvorlage zur Berechnung der Pluspunkte kam ich zu einem anderen Schluss, sodass die Vernunft gesiegt hat: Bevor wir darauf vertrauen, dass Lehrer sich für ein Jahr nach Bergen oder Schnega verpflichten, da jetzige Lehrkräfte sich schon woandershin beworben haben (verständlich), und ob Frau Lüttmann tatsächlich ihren Ruhestand um ein Jahr aufschiebt - das ist mehr als fraglich, da sie dieses Argument erst nachgeschoben hat, als sie merkte, dass ihre vorgetragenen Punkte nicht überzeugen konnten -, bevor all diese Unwägbarkeiten eintreten oder nicht, wird der alte Beschluss bestätigt.

Fazit: Wir alle, die das zu entscheiden hatten, haben uns die geforderte Entscheidung nicht leicht gemacht, aber es war deutlich zu merken, dass es an persönlichem Befinden scheitert, dass der Wille fehlt, die schon einmal getroffene Entscheidung bestmöglich mitzutragen. Die Schulleitung in Clenze hat deutlich unter dem Mangel an sachlicher Zusammenarbeit zu leiden. Dabei ist sie nur ausführende und nicht treibende Kraft. Daher ist die Stimmung bei einigen (ich war nicht allein) fast überzeugten Ratsleuten gekippt.

Ingrid Bergschmidt,

Clenze

^ Seitenanfang