Online: 01.06.2015 - ePaper: 02.06.2015

Merkwürdige Ablehnung

Betrifft: Tempo 30 an der Clenzer Grundschule

Merkwürdig. Da fordern Eltern den Schutz ihrer Kinder im Bereich der Clenzer Grundschule: bitte Tempo 30! Dies wird abgelehnt, da eine sogenannte "qualifizierte Gefahrenlage" nicht vorliegt. Das Recht auf Tempo 50 wird höher eingestuft als das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Darin sind sich Straßenverkehrsbehörde, Polizei und Wirtschaftsministerium einig.

Merkwürdig: Dies erfolgte, ohne die Situation vor Ort in Augenschein genommen zu haben. Weiter merkwürdig: Im Wirtschaftsministerium ist man der Auffassung, dass ein Schild "Achtung Schule" besser geeignet sei, das Fahrverhalten von Pkw und Lkw zu verändern als eine Reduktion der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Auch die aktuelle Umleitung der Bundesstraße 71 am Clenzer Schulzentrum vorbei führt nicht zu einem Umdenken, die zugelassene Höchstgeschwindigkeit doch um 20 km/h zu reduzieren.

Merkwürdig ist, dass folgende Anpassungen im Straßenverkehr erst vor Kurzem möglich waren: Dunkelampel in Gartow, Tempo 70 auf dem Fuchsberg, Tempo 80 zwischen Lübeln und Metzingen, Tempo 70 zwischen Clenze und Prießeck. Merkwürdig ist auch, dass diese neuen Tempobeschränkungen durch Geschwindigkeitskontrollen überwacht werden sollen. Das bringt sicherlich Geld in die Kassen. In Clenze an der Grundschule wohl eher nicht: Wahrscheinlich würden sich die Verkehrsteilnehmer nämlich daran halten.

Tobias Grocholl, Clenze

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