Online: 05.06.2015 - ePaper: 06.06.2015

Tägliche Arbeit gerecht entlohnen

Betrifft: Blickpunkt "Eltern springen ein" (EJZ vom 1. Juni)

Es ist ein Armutszeugnis, dass erste Städte die öffentlichen Einrichtungen in die Selbstverwaltung der Eltern übergeben, statt mit den organisierten Erzieherinnen und Erziehern fachlich kompetente Notbetreuung auszuhandeln. Angebote dazu gab es in Lüneburg und auch anderswo. Diese waren nicht gewollt, sich jetzt hinzustellen und herauszuposaunen, "einfach nur zu streiken ist zu wenig", ist mit Sicherheit zu kurz gedacht. Wir Kolleginnen und Kollegen in den Sozial- und Erziehungsberufen wollen natürlich für unsere tägliche Arbeit gerecht entlohnt werden, darüber hinaus geht es hier aber auch um eine gesellschaftspolitische Frage. Die übliche Frage, wie viel sind uns unsere Kinder wert, wie viel ist es uns wert, dass unsere Kinder betreut und umfassend gefördert werden, erreicht durch die Arbeitsniederlegung langsam auch das sogenannte produzierende, wertschöpfende Gewerbe. Wir sorgen dafür, dass Eltern arbeiten gehen können, wir halten dem Wirtschaftswachstum den Rücken frei, und wir sorgen für sozial kompetenten Nachwuchs.

Martin Weber, Groß Heide

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