Online: 09.06.2015 - ePaper: 10.06.2015

Nadelstiche gegen Platzhirsch

Betrifft: Artikel "Famila-Frage Dannenberg" (EJZ vom 5. Juni)

Famila in Dannenberg, dergleichen findet man im gesamten Landkreis nicht. Die Auswahl an Lebensmitteln befördert eine wahre Lust beim Einkaufen, fast wird man an das göttliche Berliner KaDeWe erinnert. Wer aber hier häufiger Kunde ist, erkennt sehr schnell, dass diese Famila-Filiale nicht der Goldesel des Konzerns ist. Diese Filiale ist leider unterfrequentiert, trotzdem hält man uns die Treue, noch. Nadelstiche der Stadt gegen diesen Platzhirsch jedoch werden ein Umdenken bewirken, und dann ist man weg, Nibelungentreue ist dann Vergangenheit, und der Landkreis wird wieder ein Stück ärmer.

Und wie agiert Dannenberg? Analytisches Denken ist eher schwach entwickelt, hier sind vielmehr simple monokausale Entscheidungsgründe anzutreffen. Und als Beleg der aktuellen Beschlüsse müssen die Totschlag-Argumente einer Innenstadtbelebung und des Leerstandsmanagements herhalten. Viel Unsinn, erst recht, wenn man derart bisher investierte, ja versenkte Unsummen mit dem minimalen Erfolg in Relation setzt. Propagandistisch wird in gewohnter Weise der Eindruck erweckt, man habe die passenden Patentrezepte. Natürlich Nonsens, fast alle Kommunen bundesweit stehen der negativen Entwicklung im Einzelhandel genauso ohnmächtig gegenüber, Erfolge sind nur punktuell.

Ärgerlich sind auch die hiesigen wolkenreichen Erklärungen von Verantwortungsträgern, wenig fundiert und auch mutlos, die negativen Konsequenzen zu benennen. Dass man vielen ihren Edeka um die Ecke nimmt, kein Wort. Und müssen für einen nicht notwendigen Neubau tatsächlich Schrebergärten weichen? Nie auszuschließen ist leider auch, dass man sich jemandem andienen könnte.Vielleicht spielt auch das Denken von Weltverbesserern eine Rolle, wonach der Normal-Verbraucher einen Konsumtempel wie Famila nicht braucht nach dem Motto: Zehn verschiedene Marmeladen-Sorten reichen, mehr braucht kein Mensch.

Falls uns Famila tatsächlich verlustig gehen sollte, schon hier ein Dankeschön für jahrelanges großzügiges Spendenverhalten.

Manfred Stahnke,

Hitzacker

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