Online: 15.06.2015 - ePaper: 16.06.2015

Faschismus keine Ansichtssache

Betrifft: Leserbrief "Ein Nachbarschaftsstreit" von Rüdiger L. (EJZ vom 23. Mai)

Der ausgewiesene Antifaschist Rüdiger L., dessen Engagement in dieser Hinsicht mit Sicherheit Respekt verdient, hat nun einmal ein sehr spezielles Rechtsextremismus-Problem. Sein Sohn, dem sein Vater in Wibbese Wohnimmobilien und Wiesen verschafft hat, ist bekennender Rechtsextremer. Dies sagt er vor Zeugen, er äußert seine krude Weltsicht in den neuen Medien und hat Sympathisanten, deren ungefilterte Reden dann so klingen: "Bist du die Antifa-Hure, die diesen Mist in die Zeitung bringt?" (bezogen wohl auf den Artikel von Benjamin Piel zum Thema "Wibbese ist gespalten", Pressefreiheit nicht kapiert), weiter: "Wenn ja, wirst du dafür hängen, ihr werdet alle hängen, Sieg Heil!" Dies musste sich eine Helferin am Vorabend der Eröffnung des "Infopunkts Wibbese" im Rahmen der KLP 2015 anhören.

Öffentlichkeitherstellen

Das zeitweilige Vermieten einer weiteren Immobilie des Herrn L. an rechtsextreme Aktivisten stellte sich durchaus als Erweiterungsschritt gemäß der Direktive dar, die fordert, "… viele Jamels müssen geschaffen werden!" (Jamel ist ein "national befreites" Dorf bei Wismar, das zu über 80 Prozent von Rechtsextremen Siedlern besetzt ist). Das Mittel der demokratischen Zivilgesellschaft gegen solche Umtriebe ist nun einmal Aufklärung, Herstellen von Öffentlichkeit, damit die vielfach dokumentierte neue rechtsextreme Strategie, sich in der Mitte der Gesellschaft "anzudocken", nicht zum Erfolg führt. Wohin es führt, wenn das erfolgreich ist, erinnern wir. "Faschismus ist keine Ansichtssache, sondern ein Verbrechen!" Sehr richtig, Herr L.!

↔Knut J. Jahn, Wibbese

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