Online: 30.06.2015 - ePaper: 01.07.2015

Gesamtschule muss attraktiv sein

Betrifft: Artikel "Abi ja, FRG nicht unbedingt" (EJZ vom 13. Juni)

Erfreulich, die neuen Töne: "Die einzige Chance ist: Macht eine Gesamtschule in Dannenberg auf." Danke, Herr Jastram! Der Artikel lässt hoffen, dass allmählich eine Mehrheit für gemeinsames Lernen in Dannenberg entsteht - und für die Absicherung eines kompletten weiterführenden Schulangebots, das mit der Gesamtschule auf stabilerem Fundament stehen wird.

Für den Erhalt der Oberstufe müssen wir aber nicht beten, wie Herr Zühlke sagt, sondern eine gute Vorbereitung der Gesamtschulgründung leisten, wie sie das neue Schulgesetz vorsieht. Konkret: eine Planungsgruppe, die die ersten Pflöcke einschlägt, damit die engagiertesten Kolleginnen und Kollegen aus Hitzacker und Dannenberg vereint mit ein paar erfahrenen Gesamtschullehrer/innen sowie neu einzustellenden jungen gemeinsam eine gute Schule aufbauen können.

Und damit alle eine bessere Perspektive haben, als ihren alten Schulen beim Schrumpfen zuzuschauen.

Die Gesamtschule Dannenberg muss so attraktiv werden, dass sie alle Kinder anzieht, auch die, die vielleicht mal Abi machen werden.

Wer das sein wird, weiß bei den Zehnjährigen aber noch niemand. Daher benötigt die Schule ein gutes Förderkonzept, einen gut strukturierten Ganztagsbetrieb, eine intensive Diskussion im Vorfeld über Unterrichtsprinzipien wie soziales und selbstständiges Lernen, die weit über vereinzelte Ansätze hinausgehen, mit denen diese Prinzipien auf Methoden reduziert werden. Sowohl die Grundlagen für lebenslanges Lernen als auch für Teamfähigkeit werden nicht mal eben in Crash-Kursen gelegt, sie müssen als Basisstruktur ein ganzes Schulleben lang die Lernenden wie die Lehrenden begleiten.

"Gute Schule hängt in erster Linie von guten Lehrern ab", zitiert Berichterstatter rg Christian Zühlke. Zu ergänzen ist mindestens: Lehrer können nur dort "gut" sein beziehungsweise werden, wo die Rahmenbedingungen stimmen, wo Engagement sich in kollegialem Miteinander entfalten kann für eine permanente Schulreform von innen. Die Notwendigkeit dafür ist immer gegeben, eine Schule ist nie "fertig"!

Motivierte Kolleg/innen gibt es sicher an allen Schulen, in Hitzacker wie auch in Dannenberg. Und wenn sogar aus Hitzacker die Aufforderung kommt "… macht die Bernhard-Varenius-Schule zu", dann sollte noch ergänzt werden: Übernehmt einen möglichst großen Teil dieses engagierten Kollegiums in die Gesamtschule.

Noch eins: Auch eine kleine Gesamtschule kann sehr gut sein und ein vielfältiges Angebot möglich machen: Projekte und Epochenunterricht zum Beispiel sind mancherorts wesentlich hierfür.

Wie weiter? Zunächst einmal sollten sich die Eltern der Kinder nun gründlich informieren (und endlich stärker in die Diskussion einbringen!), die in absehbarer Zeit befragt werden und sich entscheiden müssen, welche Schule sie in Dannenberg haben möchten. Die Info-Veranstaltung der Grünen war nur ein erster Schritt, weitere müssen folgen. Am Besten ist es natürlich, sich eine lebendige Gesamtschule direkt anzuschauen.

↔Friederike Borowsky,

↔Glieneitz

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