Online: 30.06.2015 - ePaper: 01.07.2015

Echter Friedensdienst

Betrifft: Tag der Bundeswehr

Wenn ein Staat auf sogenannten zivilen Friedensdienst setzt und auf den Einsatz von Streitkräften verzichtet, macht er sich an den Opfern menschenverachtender Gewalt mitschuldig. Die vielfache Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft, zu der auch die Bundesrepublik gerne beiträgt, ermuntert die Mörder noch. Anbiederung, Friedensgeplapper und stetes Nachgeben der demokratischen Staaten haben Verbrecher von Hitler bis Milosevic nur in ihrem Vorgehen bestärkt. Wer hat Auschwitz und Bergen-Belsen befreit, wer hat weiteren Völkermord und ethnische Säuberungen auf dem Balkan verhindert? Waren es Kanzelsprüche, Friedensgebete und Lichterketten? Nein, alliierte Soldaten haben das Grauen beendet, und die NATO sorgt bis heute dafür, dass in Südosteuropa Völkermord und Vertreibung der Vergangenheit angehören.

Der einzelne Bürger kann Pazifist sein, aber ein Staat und gerade unserer mit seiner dunklen Vergangenheit, muss gegen schlimmste Verbrechen in anderen Ländern vorgehen. Derzeit köpfen und morden Islamisten massenhaft in Syrien und im Irak, trotzdem beharrt beispielsweise die Ex-Bischöfin Käßmann auf einem bedingungslosen Pazifismus. Sie befindet sich in bester Gesellschaft anderer Theologen, vermeintlich Friedensbewegter und der Stechschrittpazifisten von der Linken. Diese Gruppen sind meines Erachtens gar nicht an der Beseitigung des Bösen interessiert, was für sie zählt ist ihre moralische Überlegenheit. Ihre Vorstellung von Frieden ist toll, aber nur, solange sie hier leben und die Realität des Krieges nicht spüren müssen. Frei von Verantwortung verteufeln sie die zur Friedenserzwingung eingesetzte Gewalt und waschen ihre Hände in Unschuld. Und wenn ihr Traum von einer besseren Welt durch Pazifismus nicht greift? Na, dann kann man ja schließlich für die Opfer beten oder bei Demos das Wort Frieden tanzen. Das wird den zahllosen Ermordeten, Vergewaltigten, Verschleppten und Vertriebenen in den Krisengebieten dieser Welt sicher helfen… Es gibt Situationen, da muss die Völkergemeinschaft mit militärischer Gewalt eingreifen, denn es wird im Kleinen wie im Großen immer Verbrecher geben, vor denen Gewaltlosigkeit nicht schützt. Deshalb werden auch immer wieder Menschen in Kriegssituationen auf die Nothilfe anderer angewiesen sein. Dann versagt die pazifistische Traumwelt, dann ist Militär gefragt. Ich habe auf dem Balkan mehrfach die Dankbarkeit von vielen Betroffenen erlebt, die unter anderem der Bundeswehr ein einigermaßen sicheres Leben verdanken. Es sind unsere Soldaten, die da echten Friedensdienst leisten.

↔Johann Fritsch,

↔Klein Witzeetze

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