Online: 30.06.2015 - ePaper: 01.07.2015

Die EZB und die griechische Tragödie

Betrifft: Finanzkrise Griechenland

Alle Jahre wieder ist es soweit: Den Griechen geht das Geld aus - sie stehen am Rand der Staatspleite! Na, und? In den vorigen Wochen und Monaten wurden selbst die Griechen nervös und hatten bei dieser Insolvenzverschleppungstaktik ihrer Regierung genügend Zeit, um ihre Gelder von ihren Konten zu holen.

Als Gegenmaßnahme musste die EZB griechische Banken mit ELA-Not-Krediten stützen, um bei diesem Bankenansturm der Kunden Bankenpleiten abzuwenden. Griechische Euros unters griechische Kopfkissen und mit EZB Euros die Konten der Griechen wieder auffüllen. Prima Trick! So wird das Pleiterisiko für Banken erst einmal abgewendet und der europäische Steuerzahler in die Haftung genommen.

Die EZB kann aber in Wirklichkeit gar kein Geld drucken. Sie kann, wie alle anderen Banken auch, nur neue Kredite vergeben. Aus Krediten wird dann Geld - das ist der eigentliche Zaubertrick der Banken: Aus Schulden Geld machen! Aber durch neue Schulden entsteht noch lange kein neuer Wohlstand. Der entsteht nur durch Arbeit. Alles klar? Da stellt sich doch die Frage: Wie soll eine europaweite Überschuldungskrise durch neue Schulden gelöst werden?

Die Niedrigzinspolitik und die Staatsfinanzierung der EZB per Kredit führen so zu einer Umkehrung von Angebot und Nachfrage. Billiges ungedecktes "Zentralbankgeld" wird nachfragewirksam und führt zu Fehlinvestitionen in der Produktion und an den Finanzmärkten. Damit zerstören die europäischen Zentralbanken unsere marktwirtschaftliche Preis- und Produktionsstruktur und damit letztendlich unsere gesellschaftliche Ordnung und unseren sozialen Frieden in Europa. Der ungeliebte, ungedeckte, beliebig vermehrbare Euro zwingt so die Griechen in die Arbeitslosigkeit und die Deutschen an die Werkbänke für einen "Aufschwung" auf Pump!

Und dann noch das Schärfste: Der totgeweihte Euro zwingt die EZB im Rahmen der griechischen Tragödie zum Rechtsbruch.

Nach den EU-Verträgen ist die Staatsfinanzierung durch Zentralbanken verboten, aber wie durch ein Wunder wurde jetzt dieser Rechtsbruch rechtzeitig durch den Europäischen Gerichtshof legalisiert. Der EuGH hat damit den "Rechtsbruch nach Kassenlage" salonfähig gemacht und die nächste Enteignungswelle für die fleißigen Sparer per Inflation durch die EZB auf den Weg gebracht.

Liebe Frau Merkel, es wird Zeit, dass Deutschland aus dem Euro aussteigt!

↔Dieter Busse,

↔Kirchgellersen

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