Online: 14.07.2015 - ePaper: 15.07.2015

Sachkundenachweis notwendig

Betrifft: Artikel "Kein Leckerli für Hundetrainer" (EJZ vom 12. Juni)

Die Leserbrief-Verfasser Hoffmann und Winkes aus Dannenberg haben dazu bereits sehr kritisch und sachkundig Stellung bezogen. Leider fehlt es dem Artikel selbst meines Erachtens an einer differenzierten und fundierten Berichterstattung. Obwohl immerhin auch ein Vertreter des Veterinäramtes und andere Hundetrainer zu Wort kommen, so wird doch sehr für das eigenwillige Verhalten des Herrn Pitzing Partei ergriffen.

Ich finde es sehr wichtig, über Prüfungs- und Zulassungsregelungen, egal in welcher Ausbildung und Profession, zu diskutieren. Innerhalb eines Berufsverbandes kann man sich dafür vortrefflich engagieren und eine konstruktive Debatte voranbringen, um Missstände zu verändern. Aber wie absurd ist es denn, für jemanden, der die vorgeschriebenen Leistungsnachweise zur Führung einer Berufsbezeichnung und zur Ausübung einer Tätigkeit verweigert, Gnade zu fordern? Selbstverständlich muss dieses Verhalten von Seiten der zulassenden Stelle Konsequenzen haben. Das muss doch auch Herrn Pitzing klar sein, und mit Kriminalisierung hat das nichts zu tun.

Die Neugestaltung des Hundehaltergesetzes hat ja auch für Hundehalter unbequeme Konsequenzen gehabt. Wie in einem föderalistischen System üblich, gab es hier auch unterschiedliche Ausgestaltungen je nach Bundesland.

In Niedersachen wird seit 1. Juli 2013 durch das Hundehaltergesetz eine Sachkundeprüfung und eine praktische Prüfung gefordert, wenn man nicht in den vorigen zehn Jahren mindestens zwei Jahre einen Hund hatte. Das ist im Prinzip auch sehr willkürlich, und es ließe sich auch darüber streiten, ob es sinnvoll ist, dass die nicht betroffenen Hundehalter und solche aus "gnädigeren" Bundesländern ohne Überprüfung bleiben und ob die Überprüfung gravierende Effekte auf die sogenannte Sicherheit und Ordnung hat, was Ziel der Neuregelung war. Die Prüfung im Multiple-Choice-Verfahren verlangt auch eine Vorbereitung auf diversen Wissensgebieten, und mit Kosten für Literatur, Kurse und die Prüfungen ist man auch locker bei 200 Euro. Für Leute mit wenig Geld und für die Vermittlung aus Tierheimen ist das eine zusätzliche Hürde.

Wenn ich aber schon als Halter so eine Prüfung machen muss, dann erwarte ich doch erst recht, dass mein Trainer einen profunden Sachkundenachweis vorzuweisen hat und nicht nur eine umfangreiche Zertifikatssammlung. Beim Trainieren unseres Hundes wurden bisher alle Vermutungen und Hinweise unserer Trainerin bei Verhaltensauffälligkeiten durch die Tierärztin bestätigt. Diese beidseitige Unterstützung hat uns sehr den Rücken gestärkt. An einem Trainer, der eine Überprüfung seiner Leistungen verweigert, wäre ich nicht interessiert, nicht einmal für umsonst.

↔Martina Blank,

↔Göhrde

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