Online: 24.07.2015 - ePaper: 25.07.2015

Viele Missstände

Betrifft: Artikel: "Reden statt rechtfertigen" (EJZ vom 27. Juni)

Landwirte werden nach den Worten von EJZ-Redakteur Rouven Groß "jeden Tag mit kruden Allgemein-Anschuldigungen konfrontiert" und "pauschaliert in die Buh-Mann-Ecke gestellt". Aber wer kritisiert denn die Landwirtschaft derart undifferenziert? Mir ist kein einziger ernsthafter Naturschützer bekannt, der das tut. Und auch der Niedersächsische Landwirtschaftsminister Meyer hebt immer wieder hervor, dass es neben "schwarzen Schafen" zahlreiche Landwirte, auch konventionell wirtschaftende, gibt, die hervorragende Arbeit leisten.

Abgesehen davon aber gibt es nach wie vor zahlreiche Missstände in der Landwirtschaft. Hierauf muss man in der gebotenen Sachlichkeit hinweisen dürfen, denn ohne Kritik wird sich nichts ändern. Zur Erinnerung seien hier nur einige der Problemfelder genannt: Verunreinigung des Grundwassers durch Nitrat und Pestizide; Bienensterben durch ungeeignete Spritzmittel; Belastung der Böden mit Antibiotika und multiresistenten Keimen; Abpflügen der Wegrandstreifen...

Die anstehenden Probleme kann man nicht lösen durch "Akzeptanzwerbung" auf ausgesuchten und entsprechend präparierten Höfen, wie auf dem kürzlich abgelaufenen Bauerntag in Trabuhn. Die bei dieser Gelegenheit versprochene "transparente Landwirtschaft" ist aber ein guter Ansatz und gern nehme ich die Verantwortlichen hier beim Wort. In diesem Zusammenhang wären zum Beispiel Antworten auf folgende Fragen ein schöner Anfang: Wie viele und welche Pestizide wurden in den vorigen Jahren ausgebracht? Wie viel Antibiotika wurden in den Ställen eingesetzt? Wie viel Hühnertrockenkot wurde ausgebracht und woher stammte dieser? Warum werden viele Wegrandstreifen immer schmaler, bei gleichzeitigem Rückgang der Artenvielfalt .Auch im Namen der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (ANU) freue ich mich auf einen konstruktiven Dialog.

↔Johann E.P. Strauß, Leisten

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