Online: 24.07.2015 - ePaper: 25.07.2015

Ist Griechenland diesen Eiertanz wert?

Betrifft: Finanzkrise Griechenland

Es mutet schon seltsam an, was die Griechen da treiben. Heute beantragen sie einen Milliardenkredit bei der EU und morgen entscheiden sie sich dagegen, weil sie die mit der Kreditvergabe verbundenen Anforderungen nicht akzeptieren wollen. Nicht wollen, weil sie tiefe Einschnitte in liebgewonnene Praktiken bedeuten.

Ein erneutes Einlenken und ein erneuter Kredit der EU für Griechenland wäre den anderen EU-Staaten gegenüber, die genauso in der Pleite standen, mehr als ungerecht. Hier ist auch ein wunder Punkt für Europa versteckt, denn dieses Einlenken wäre ein Signal mit nicht auszumalender Wirkung und der garantierte Zerfall der noch jungen europäischen Union. Uns wird krass demonstriert, wohin Toleranz führt, nämlich ins unüberschaubare und nicht beherrschbare Chaos. Die griechische Staatsführung spielt mit Europa, erwartet das die Bürger der übrigen EU-Staaten ihre Spielschulden bezahlen und denken nicht für einen Augenblick daran, dass man seine Schulden selbst bezahlen muss.

Es ist bitter, wenn man nach fetten Jahren des Überflusses und der Sorglosigkeit feststellen muss, ich habe über meine Verhältnisse gelebt und nun wollen meine Gläubiger diesem Treiben ein Ende setzen. Doch mal ehrlich, welche Eltern, die zwei Kinder haben, die um einen Bonbon bitten, geben dem einen Kind zwei und dem anderen Kind sagen sie, wenn du auch einen haben willst, dann musst du erst einmal Fenster putzen und die Wohnung säubern. Nun gerade jetzt zeichnet sich dieses Fehlverhalten im Verhältnis der EU mit Griechenland ab und es ergibt die Frage, warum ist Griechenland diesen Eiertanz wert?

Fakt ist, die Griechen wollen in Europa bleiben, von europäischen Segnungen so viel wie möglich mitnehmen, doch bitte ohne Gegenleistung. Dieses Spiel kann nicht funktionieren und wird auch nicht von Russland oder China mitgespielt, die marschieren einfach ein, wenn man nicht brav funktioniert. Also wohin führt es, wenn man die Linken, wenn man Kommunisten an die Macht lässt? Richtig: ins Chaos, denn sie sind gegen alles und auch dagegen, denn konsequentes Handeln bedeutet für sie Egoismus pur.

Auch wenn der Grieche sich bei Putin anbiedert: Putin kann alles andere gebrauchen als ein Fass ohne Boden, wo er das Geld versenken muss. Dass Putin den Griechen Tsipras unterstützt, ist reine Taktik gegen die EU und eine Retourkutsche für die Wirtschaftssanktionen gegen sein Land. Nein, wir brauchen Russland oder China nicht fürchten, noch nicht, solange wir andere Staaten davon abhalten können, dem griechischen Beispiel zu folgen. Doch dazu gehört Konsequenz und nicht Toleranz, denn Geradlinigkeit hält Europa zusammen und führt es in eine besser Zukunft, und damit dies auch so wird, muss noch kräftig am Euro und der Union als solche gearbeitet werden. Ob dies mit oder ohne Griechenland, das entscheidet die Vernunft der Griechen.

Herbert Flügel, Lüchow

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