Online: 24.07.2015 - ePaper: 25.07.2015

Korruptes System wegfegen

Betrifft: Berichterstattung über die Griechenland-Krise

Die Berichterstattung über die Griechenland-Krise in den meisten Medien - auch der EJZ - finde ich relativ einseitig, und sie bietet meiner Meinung nach wenig konkrete Lösungsansätze. Vorab: 1. Die Menschen in Griechenland, die unter den momentanen Umständen leiden, weil sie zum Beispiel nicht krankenversichert sind, notwendige Medikamente nicht erhalten oder ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können, haben mein tiefes Mitgefühl und benötigen dringend Hilfe. 2. Die Argumentation von maßgebenden Mitgliedern der griechischen Regierung (und auch einiger ihrer Sprecher in diversen Diskussionsrunden) möchte ich zumindest als engstirnig bezeichnen. 3. Die Pleite des griechischen Staates (nicht die erste in den vorigen 100 Jahren!) wurde von der korrupten und gierigen griechischen "Elite" verursacht; auch im Interesse deutscher Rüstungskonzerne mit Hilfe ausländischer Banken.

Aber: Die vielen Milliarden Euro, die nach Griechenland geflossen sind, wurden in Athen nicht in einem Freudenfeuer öffentlich verbrannt! Dieses Geld ist nicht weg, es ist überwiegend auf den Konten von Reichen (Banker, Industrielle, Reeder) gelandet, die sich weigern, ihren Beitrag zur Staatsfinanzierung zu leisten. Wenn sich daran nichts ändert, ist und bleibt Griechenland ein Fass ohne Boden, weil die Gier dieser Leute nie befriedigt werden kann. Zitat von M. Ghandi: Die Erde bietet genug für alle, aber nicht genug für die Gier von wenigen.

Ich frage mich, warum die linke griechische Regierung, die ja die Unterstützung einer Mehrheit der Bevölkerung hat, nicht endlich mit Hilfe der EU dieses alte, korrupte System wegfegt und auch die hinterzogenen Steuern eintreibt. Mindestens 130 Milliarden Euro sind außer Landes geschafft worden; reiche Griechen haben unter anderem in Berlin diverse Immobilien erworben und damit zu dem drastischen Anstieg der Immobilienpreise beigetragen. Wann kürzt die griechische Regierung endlich den viel zu hohen Rüstungsetat? Sollte es etwa in den anderen Euroländern Banken, Investmentfonds oder mächtige Konzerne geben, die Griechenland gar nicht wirklich helfen wollen, weil sie an den vielen "Hilfsgeldern" gut verdienen?

Detlef Kober, Riebrau

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