Online: 31.07.2015 - ePaper: 01.08.2015

Tier-Massentötungen

Betrifft: Leserbrief "Hohe Pauschalverurteilungen" von Karl Kühn (EJZ vom 25. Juli)

Fast jedes halbe Jahr erscheint in den Medien die Mitteilung, dass tausende Tiere aus der Geflügelhaltung getötet worden sind, da sie wieder einmal Opfer der Vogelgrippe geworden sind. Mich lassen diese Meldungen nicht kalt.

Ich empfinde zutiefst Abscheu, aber auch Trauer darüber, wie unsere Gesellschaft immer wieder vor Massentötung von Tieren die Augen verschließt. Denn wie kann es sein, dass trächtige Kühe in den Schlachthof gebracht werden, wo dann ihr ungebornes Kalb im Mutterleib erstickt. Noch perverser kann keine Gesellschaft sein. Aber die Devise lautet: wegschauen, rationalisieren, bagatellisieren, verdrängen und die Sündenbockstrategie aktivieren. Ich sehe mich gezwungen, in einem System zu leben, das von einem gnadenlosen Virus befallen ist: Es vernichtet langsam aber sicher das Lebensprinzip an sich, da es auf dem Altar des Mammon geopfert wird.

Und wie heißt es in einem Lied von Brahms? "So wie das Tier stirbt, so stirbt der Mensch."

Dr. Ulrike von Guretzky, ↔Laase

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