Online: 11.08.2015 - ePaper: 12.08.2015

Potenziale gegendas Vergreisen

Betrifft: Artikel "Altern, schrumpfen, vergreisen" (EJZ vom 17. Juli)

Die renommierte Bertelsmannstiftung stuft bei der Bevölkerungsentwicklung die Samtgemeinden Lüchow (Wendland) und Elbtalaue als "alternde kleine Kommunen mit Anpassungsdruck" ein. Für die Kommunen entstehe enormer, unangenehmer Handlungsdruck: Die Bevölkerungszahl insgesamt sinkt, das Durchschnittsalter steigt, der Pflegebedarf wächst, DAN vergreist.

Im Klartext der Empfehlung heißt das: Lüchow Dannenberg wird eine geriatrische Sonderzone, in der alle Infrastruktur für die stark alternde Bevölkerung hergerichtet wird.

Wer so denkt, verwaltet den Notstand, der reagiert wie die Feuerwehr, wenn es brennt.

Soll wirklich das Altenheim das Ziel regionaler Entwicklung sein? Alten- und Pflegeheim - der Horror für jeden Senior und Schreckgespenst der Angehörigen? Ein Sprichwort sagt: "Die können Katzenschiet im Dunklen riechen!" Natürlich müssen sich die Entscheidungsträger auf die Bedürfnisse der alternden Bevölkerung einstellen. Aber der Wüstung der Region wird damit nicht begegnet, sie wird nur verzögert. Junge Menschen braucht das Land. Wendland - Kinderland, so muss die Devise sein. Verjüngen, wachsen, aufblühen, darauf sollten wir alle unsere kreative Kraft richten und gemeinsam Aktivitäten entwickeln, die junge Familien begeistern, ins Wendland zu ziehen. Junge Mütter, auswärtige Auszubildende, Flüchtlingsfamilien, Studienabgänger, Berufsstarter mit eigenen Ideen sind Zielgruppen. Ihnen muss hier eine selbstverständliche Teilhabe am (Arbeits-)Leben möglich gemacht werden.

Ich bin überzeugt: Kultur und Bildung sind die Motoren zukunftsgerichteter regionaler Entwicklungen, die dem demografischen Wandel entgegenwirken. Und in dieser Beziehung sehe ich hier im Wendland noch große Potenziale gegen das Altern, Schrumpfen und Vergreisen.

↔Michael Seelig, Kukate

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