Online: 11.08.2015 - ePaper: 12.08.2015

Personenverkehr "zur besseren Durchsetzung"

Betrifft: Breimeier-Trasse

Es ist bedauerlich, und vielleicht auf ein zu oberflächliches Studieren oder wenig gründliches Lesen der sogenannten Breimeier-Variante für eine Güterzugtrasse zurückzuführen, dass es in der öffentlichen Darstellung - auch in der EJZ - einfach nicht gelingt klarzumachen, dass die Vision eines gemäßigten Güterverkehrs und verbesserten Personenverkehrs auf der Schiene auf der einen und das Konzept der Breimeier-Trasse auf der anderen Seite sich gegenseitig ausschließen. Beides kann man nicht gleichzeitig haben. Eine Gütertrasse à la Breimeier - der Ausbau und Betrieb einer Container-Transit-Trasse von den Häfen - ohne Halt in Lüchow-Dannenberg - ins Hinterland jenseits der Elbe hin zu einer Park- und Verteilungsstation in Wittenberge oder ähnlichem - rechnet sich nur bei mindestens 220 Güterzügen pro Tag und hoher Geschwindigkeit 100 bis 140 km/h und einer enormen Zuglänge, wenn überhaupt. Da passen kaum ein Personenzug - kostet mindestens zwei Güterzüge - und schon gar nicht das Aufladen hiesiger Güter auf Wagons dazwischen.

Es ist doch ganz unverblümt im Breimeier-Papier zu lesen, dass das Versprechen für verbesserten Personenverkehr nur der Akzeptanz durch die Bevölkerung und politische Gremien im Landkreis dienen sollen: "zur besseren Durchsetzung". Möglicherweise fällt diese Variante zwar wegen Unwirtschaftlichkeit und der zu erwartenden Klagen aller Naturschutzverbände durch, aber sicher kann man da nie sein.

Besonders belastend ist leider, dass sich hiesige Politiker wie Landrat Jürgen Schulz und nun auch SPD-Unterbezirksvorsitzender Klaus-Peter Dehde ständig für diese Breimeier-Variante stark machen - positiv gedacht vielleicht, weil hier zu Lande so lange von einer besseren Schienenanbindung geträumt wurde und eine solche auch wünschenswert wäre. Aber vielleicht auch in der fahrlässigen oder gar wissentlichen Fehleinschätzung, dass bei Verwirklichung der Breimeier-Variante von diesen Träumen nichts übrig bleibt, ja, dass an ihre Verwirklichung im Breimeier-Konzept auch gar nicht gedacht wird - siehe Akzeptanzbeschaffung. Bei den übrigen Anliegerkreisen gibt es nur Protest, heftigen. Nur der Landkreis, vertreten durch den Landrat, wird im "Forum Schiene Nord" als Befürworter wahrgenommen.

Herr Breimeier ist ein pensionierter Eisenbahn-Fachplaner, der Träume verwirklichen möchte, "seine Träume". Da wird nur in Schienen, Verkehrsverteilung in hoch und höher gerechneten Containermassen gedacht. Was das an "Opfern" von den betroffenen Regionen, deren Belästigung, Beeinträchtigung der Lebensqualität und vor allem Naturzerstörung bedeutet, das ist in so einer Gedankenwelt wie in diesem Entwurf völlig ausgeblendet. Die Breimeier-Trasse ist nur für die Entlastung der Häfen gedacht. Wir sind hier vor Ort nur Mittel zum Zweck, Transitfläche, Durchrauschgebiet. So ein gigantomanisches Projekt passt überhaupt nicht hierher. Sollten durch erhoffte, aber möglicherweise illusorische bessere Anbindungen vielleicht ein paar mehr Touristen hierher kommen, so ist es bestimmt nicht das, was sie hier suchen: Ruhe und Frieden mit der Natur.

P.S. Ich wohne nicht an der Schiene, nur vielleicht in der Nähe, aber ich kann mir den Albtraum gut vorstellen und kann diese Vorhaben als Hitz-ackeranerin nur ablehnen.

↔Jutta von dem Bussche, ↔Hitzacker

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