Online: 11.08.2015 - ePaper: 12.08.2015

Sand im Getriebe sein

Betrifft: gewaltfreier Widerstand gegen das GÜZ

"War starts here, let's stop it hier." Unter diesem Motto leistete eine Gruppe vom 27. Juli bis zum 3. August gewaltfreien Widerstand gegen das Gefechtsübungszentrum (GÜZ). Das GÜZ befindet sich nicht weit von Lüchow-Dannenberg in der Colbitz/Letzinger Heide nördlich von Magdeburg. Für rund 100 Millionen Euro wurden dort unter anderem ein Feldflugplatz und die Geisterstadt "Schnöggenburg" gebaut. Dort gibt es alles, was man für einen anständigen Straßenkampf braucht, ob im Ausland oder auch in Deutschland, unter anderem Wohn- und Hochhäuser, U-Bahn-Tunnel, ein Industriegebiet, Kirchen und Moscheen.

Im Aufruf der Widerstandsgruppe heißt es: "Eine Mobilmachung findet statt. Konsequent arbeitet die Regierung daran, dass Kriege wieder ein normales Mittel der Politik sind. Ganz praktisch schaffen sie die Voraussetzungen dafür, und mental stimmen sie die Bevölkerung darauf ein, dies zu akzeptieren. Dieser Mobilmachung wollen wir etwas entgegensetzen, in den Köpfen der Menschen und auch ganz praktisch. Wir können nicht auf die Politik vertrauen, sondern müssen Dinge selbst in die Hand nehmen. Mit vielfältigen Aktionen werden wir die scheinbare Normalität der kriegerischen Verhältnisse offen legen, stören, blockieren: spürbar Sand im Getriebe sein".

Dies alles zu berichten, halte ich für wichtig, damit nicht Gleichgültigkeit gegenüber Vorbereitungen von Kriegen einkehrt.

↔Ewis Storck, Belau

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