Online: 18.08.2015 - ePaper: 19.08.2015

Jetzt bleibt nur die Hoffnung

Betrifft: 70. Jahrestag der ersten Atombombe

Nach dem Abwurf der ersten Atombombe am 6. August 1945 auf Hiroshima schrieb Albert Einstein: "Die erste Atombombe hat mehr zerstört als die Stadt Hiroshima. Sie zertrümmerte auch unsere ererbten politischen Gedanken. Es muss eine Weltregierung geschaffen werden, welche die Konflikte zwischen Nationen durch richterliche Entscheidung zu lösen imstande ist. Diese Entscheidungen müssen auf eine klare Verfassung gegründet werden, welche von den Völkern und Regierungen gegründet ist, und welche allein über Angriffswaffen zu verfügen hat."

Und Willy Brandt schrieb von der "Notwendigkeit einer Welt-Innenpolitik". Warum kommen solch kluge Gedanken nie bei den Menschen an? Sieht man heute in die Welt, hat man den Eindruck, die Menschheit befindet sich auf dem Weg weit hinter das Mittelalter zurück. Krieg, Zerstörung, Vergewaltigungen, sinnloses Machtdenken, religiöser Wahnsinn, ohne jede Vernunft - weit weg vom Humanismus der Aufklärung, der den Menschen eine ganz kurze Zeit der Geschichte große Hoffnung gemacht hatte. Jetzt bleibt nur noch die Hoffnung - als ein "Jagdhund ohne Spur" (Shakespeare).

Dietrich Seebohm, Hitzacker

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