Online: 24.08.2015 - ePaper: 25.08.2015

Zunehmender Frust über DAN-App

Betrifft: Bericht über die DAN-App (EJZ vom 25. Juli)

"Mit der DAN-App dem Internethandel Paroli bieten", dies war der vermessene Anspruch von Ursula Fallapp, Marketingleiterin der Samtgemeinde Elbtalaue. Dieses naive Postulat kann natürlich nur mitleidvolles Stirnrunzeln hervorrufen, so als stamme man aus dem Tal der Ahnungslosen. Aber eine solche Aussage gehört halt zum Instrumenten-Koffer des Tandems SG-Bürgermeister Jürgen Meyer und Frau Fallapp, deren unerträglich gewordene Selbstdarstellung, die Fähigkeit verloren hat, selbstkritisch zu sein und auch Fehler und Irrtümer einzuräumen. So gibt es kein Brainstorming mit Mitarbeitern, und mit Hilfe eines kreativen Kollegialitätsprinzips wären Fehler vermeidbar. Hat man vielleicht doch Zweifel, dann tarnt man dies mit der Floskel, "auf gutem Wege" zu sein. Wer sich vom Impetus, Erfolge am Fließband zu produzieren, treiben lässt, für den verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit, Wunschdenken und auch Lügen.

Nein, diese App ist ein teurer und unnützer Flop für 44000 Euro, Personalkosten nicht inbegriffen; ein Kosten-/Nutzenverhältnis, das keinem Steuerzahler zu vermitteln ist. Unsere Region ist bestens mit Publikationen, mit gedruckter Werbung und mit Internet-Wissen versorgt. Die App ist nicht umfassend, und sie ist auch weiterhin "schmutzig", das heißt, der Zugriff auf fast alle Daten des Smartphones ist möglich. Zudem ist sie benutzerunfreundlich. Es gibt kaum Verknüpfungen mit dem Internet.

Diese App dümpelt schon seit langem. Sogenannte "Push"-Meldungen über Sonderangebote sind fast völlig verschwunden, zu deuten als zunehmender Frust der teilnehmenden Geschäfte und Firmen.

Von Frau Fallapp genannte Zahlen der App-Aufrufe und Vergleiche mit Lüneburg sind beweisunerheblich für den behaupteten Erfolg. Erinnerungen an ADAC-Zählweisen werden wach. Wer aber eine saubere und verlinkte App kennenlernen will, dem sei die App von Werne empfohlen.

Skandalös, wenn im EJZ-Bericht die an der App teilnehmenden Kaufleute den Misserfolg nicht namentlich bestätigen wollen, weil sie "Ärger mit der Stadt oder dem Marketingverein befürchten". Es darf doch nicht wahr sein, dass Kaufleute Angst vor Fallapp und Co. haben. Meine eigenen Recherchen hiernach haben den Unmut leider bestätigt. Kein Wunder, dass die Namen Meyer und Fallapp mancherorts zu Reizworten geworden sind.

Ich bin selbst viel zu lange ein Teil des Systems Fallapp gewesen. Die Bedarfsschifffahrt nach Hamburg, das Mercado-Kaufhaus, das ALMA-Büro in Altona, die Altonale und andere Events habe ich wirklichkeitsnah kennengelernt, grinsend ins Bild gesprungen bin ich allerdings nie.

Als dann Wirklichkeit und Jubelberichte in den Medien immer krasser im Widerspruch zueinander standen, habe ich meine Aktivitäten für das Haus Fallapp beendet. Es bleibt die Hoffnung auf eine neue Zeit der Redlichkeit und Wahrhaftigkeit, dies ist dem Gemeinwohl geschuldet.

↔Manfred Stahnke,

↔Hitzacker

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