Online: 24.08.2015 - ePaper: 25.08.2015

Anblick armselig

Betrifft: Bücherschrank in Lüchow

Ich hatte vor knapp drei Wochen den Inhalt des Bücherschrankes der Bürgerstiftung fast komplett entsorgt und mit aussortierten Büchern meines Bestandes aufgefüllt. Schon am nächsten Vormittag war ein Regalbrett leer. Inzwischen steht nur noch ein Buch von mir in dem Bücherschrank. Aber wenn Sie denken, er wäre nun leer: weit gefehlt.

Der Schrank quillt schon wieder über. Und wieder findet man fast nur alte gammelige Bücher darin vor: Bücher, die zig Jahre alt sind, unansehnlich und absolut uninteressant. Auch mir fällt es schwer, Bücher in die Altpapiertonne zu werfen, habe ich doch gelernt, Bücher wertzuschätzen, doch deshalb den öffentlichen Bücherschrank damit bestücken? Bitte stellen Sie doch nur Bücher zur Verfügung, die Sie sich selbst auch in den Schrank stellen würden. Dass Lüchower Wohnzimmerschränke einen solch armseligen Anblick bieten, kann und mag ich mir nicht vorstellen.

Wenn die Bevölkerung bessere Bücher tatsächlich aus finanziellen Gründen auf dem Flohmarkt verkaufen muss oder wenn die Mitbürger nicht bereit sind, bessere Bücher zu spenden, dann plädiere ich für die Umnutzung des Bücherschrankes: Besser keine Bücher anbieten, als so eine deprimierende Auswahl.

Constanze Schrader,

Lüchow

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