Online: 01.09.2015 - ePaper: 02.09.2015

Auch Mutter mit Kindern berücksichtigt?

Betrifft: Artikel "Landkreis befragt Familien" (EJZ vom 28. August)

Sehr gut, wenn sich der Landkreis ein genaues Bild um die Situation der Familien macht. Ich glaube, da gibt es immer etwas zu verbessern. Dennoch finde ich das berühmte Haar in der Suppe. Mit keiner Silbe werden die vielen Alleinerziehenden erwähnt. Sind diese an der Befragung beteiligt? Bekommen sie dadurch eine Stimme verliehen oder fallen sie hinten runter, weil sie im herkömmlichen Sinne keine Familie sind?

In der heutigen Zeit gehen immer mehr Familien kaputt. Das allein ist schon schlimm genug, aber die Alleinerziehenden (wahrscheinlich überwiegend Frauen) fallen oft in den Bereich von Hartz IV und werden damit an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt. Bringen die Alleinerziehenden dann doch die Energie auf und gehen einer Tätigkeit nach, um nicht von der gesellschaftlichen Unterstützung leben zu müssen, werden sie steuerlich nicht als Familie gesehen und haben durch diesen Umstand erhebliche finanzielle Einbußen. Ich spreche aus Erfahrung. Mal ganz abgesehen von der immensen Belastung, Familie, Beruf, Bildung der Kinder, die eigene Weiterbildung, das kulturelle Leben, Pflege der Freundschaften, Pflege von sozialen Kontakten und die Freizeit zu gestalten, unter einen Hut zu bekommen. Sehen wir eine Mutter mit drei kleinen Kindern als Familie und fragen wir auch sie nach ihren Schwierigkeiten und wo sie Verbesserungsbedarf sehen.

Gerald Erdmann, Lüchow

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