Online: 01.09.2015 - ePaper: 02.09.2015

Wir wollen Sand im Getriebe sein

Betrifft: Leserbriefe von Dieter Dauwald und Dietrich Seebohm (EJZ vom 19. August)

Vielen Dank an die EJZ, dass über Leserbriefe Meinungen ausgetauscht werden können und Gleichgesinnte gefunden werden - diese habe ich durch zwei Leserbriefe am 19. August gefunden und will darauf antworten.

Ich teile die Empörung über das verlorene Gleichgewicht in der Gesellschaft und die Sorge über einen weiteren Einsatz von Atombomben. Aber wir dürfen es nicht bei der Hoffnung belassen, dass keine A-Bomben eingesetzt werden, und auch nicht beim Unbehagen über das verlorene Gleichgewicht: Viele Menschen gibt es, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung engagieren, der Rüstungsindustrie entgegentreten, sich der Lagerung von Atomraketen in Deutschland widersetzen und eine militärische Reaktion auf Konflikte ablehnen. Wir schlagen ein Friedensministerium anstatt des Verteidigungsministeriums vor. Alles, was unserer Umwelt schadet, wird versucht zu verhindern, auch wenn die Profite dadurch sinken.

Zu beklagen ist eine große Gleichgültigkeit der Mehrheit unserer Bevölkerung gegenüber all diesen Problemen und die Einstellung "da kann man nichts dagegen unternehmen". Wir wollen Sand im Getriebe sein. Wir tun das mit Protesten, gewaltfreiem Widerstand und zeigen nützliche Alternativen auf. Wir verweigern uns der Überfütterung mit Informationen und dem Streben nach immer höherem Konsum wie auch der Ökonomisierung immer weiterer Lebensbereiche. Wenn diese Haltungen von immer mehr Menschen geteilt werden, werden wir Erfolge haben und Veränderungen bewirken.

Ewis Storck, Belau

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