Online: 18.09.2015 - ePaper: 19.09.2015

CSU schürt Angst auf dem Rücken von Flüchtlingen

Betrifft: "CSU nennt Merkels Kurs einen Fehler" (EJZ vom 12. September)

Die CSU generiert in letzter Zeit nur noch Müll wie beispielsweise die Pkw-Maut und die Herdprämie. Jetzt hat Horst Seehofer erkannt, dass man vielleicht auf dem Rücken der Flüchtlinge Ängste schüren kann. Damit kann er vielleicht seine Bayern verschaukeln. Ziemlich sicher können wir nicht alle Flüchtlinge dieser Welt aufnehmen. Wem allerdings das Grundgesetz samt des Asylrechts nicht gefällt, der kann gern zu Wladimir Putin nach Russland auswandern. Also auf Wiedersehen. Denn eine Mehrheit zur Änderung des Artikels 16a wird es im Bundestag nicht geben. Auch Ministerpräsident Orban aus Ungarn rate ich, sich von der EU wegzubewegen in Richtung Russland. Bei den Polen und Tschechen würde es mir aber leid tun. CSU-Chef Seehofer mag als Christ offenbar keine Moslems. Erkläre mir irgendjemand, warum ein Christ besser sein soll als ein Moslem - von islamistischen Terroristen abgesehen. Mohammed hat es ziemlich sicher gegeben. Die Figur Jesus, so wie sie in 60 bis 80 Jahren nach dessen Tod (Auferstehung?) beschrieben wurde, ist zumindest zweifelhaft. Glauben ist für mich ohnehin persönliche Schwäche. Wieso konvertiert jemand von einem Glauben zum anderen? Warum nicht gleich zur Vernunft, zum Beispiel zu Rousseau und Kant?

Dann heizen die CSU-Freaks die Stimmung weiter an, indem sie behaupten, IS-Kämpfer würden eingeschleust. Das ist doch lächerlich. Die landen völlig legal in Frankfurt am Main und kriechen nicht tausende von Kilometern nach Deutschland. Und wenn es um sonstige Kriminalität geht, so wird es rein zahlenmäßig so sein, dass die deutschen Kriminellen und die anderen, die vorher schon hier waren, ziemlich sicher die Oberhand behalten werden. Eins ist auch klar: Wirtschaftsflüchtlinge müssen konsequent wesentlich schneller abgeschoben werden. Und zwar jetzt.

Kriegsflüchtlinge können dagegen aber auch Gewinn bringen, erinnert sei an die hohe Bildung der Syrer. Letztlich ist nicht auszuschließen, dass wir mit den Flüchtlingen künftig neue Steuer- und Sozialversicherungseinzahler schaffen können, die die deutsche Wirtschaft dringend braucht. Diese Investition kostet zunächst jedoch Geld für deren Deutschunterricht und deren Ausbildung. Das war die volkswirtschaftliche Seite. Sie können Deutschland auch ansonsten auffrischen. Horst Seehofer hat sich aber entschieden, mit miesen Methoden am rechten Wählerrand Stimmen fischen zu wollen. Er stellt sich damit auf die gleiche Stufe wie die proletenhaften Aushilfs-Arier aus Heidenau, wenn auch mit noch angenehmerem Ton.

Schlusssatz: Militärisch ist der Westen nicht unschuldig an der Situation. Wir können nicht arabische Diktatoren vom Thron bomben und danach deren Völker allein lassen.

Jürgen Bosse, Lüchow

^ Seitenanfang