Online: 01.10.2015 - ePaper: 02.10.2015

Perspektiven durch die Agrarwende

Betrifft: Artikel "Agrarwende: Bauern zanken mit Rot-Grün" (EJZ vom 16. September)

Die meisten Bauern leiden derzeit unter den ruinösen Erzeugerpreisen, die auch das "Landvolk" - also der Landesbauernverband - mit zu verantworten hat. Die perspektivlose und unverantwortliche Propaganda zugunsten einer Überschussproduktion für den unsicheren Billigst-Weltmarkt und zugunsten einer Unterordnung bäuerlicher Interessen unter die der Schlacht- und Molkerei-Konzerne - gemeint ist die Wertschöpfungsketten-Partnerschaft - bedroht die Existenz zahlloser Landwirte. Die von der Landvolk-Spitze angesetzte Demonstration in Hannover, bei der die Erzeugerpreise keine Rolle spielen sollen, dient der Ablenkung von dieser fatalen Landvolk-Verantwortlichkeit. Die Polemik gegen die rot-grüne Landesregierung und deren sanfte Agrarwende verschweigt, dass diese notwendige Agrarwende ja bereits - unter dem Druck von Gesellschaft und EU - von der vorherigen schwarz-gelben Landesregierung eingeleitet wurde. Die Landvolk-Spitze weiß auch, dass das Image von Bauern - im Gegensatz zu dem von Agrarindustriellen - nach wie vor gut ist und will die Bauern deshalb in das Boot der Agrarindustrie zerren. Dagegen sollten sich die Bauern wehren und sich konstruktiv-kritisch an der gesellschaftlichen Debatte um die Zukunft der Landwirtschaft beteiligen - zumal die meisten anstehenden Tierschutz- und Umweltmaßnahmen EU-weit gelten und im Rahmen von "Klasse statt Masse" zu einem Abbau preisdrückender Überschüsse führen.

↔Eckehard Niemann,

↔Bienenbüttel

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