Online: 01.10.2015 - ePaper: 02.10.2015

EinseitigeDenkweise

Betrifft: Zeitungsinformation "Rückschlag für Barenboim".

Der Stardirigent und Pianist Daniel Barenboim wollte mit der Staatskapelle Berlin im Iran auftreten. Er ist für sein diplomatisches Geschick in Sachen Kulturaustausch bekannt. Doch die iranische Regierung in Teheran hat ihm abgesagt, weil er israelischer Staatsbürger ist. Auch die israelische Regierung hat Barenboims Anliegen kritisiert. Der Grund für die Absage liegt im iranisch-israelischen Konflikt. Der in dem Zeitungsbericht verwendete Ausdruck "zionistisches Regime" wirkt wie ein realer Tatbestand.

"Regime" ist ein abwertender, nicht realistischer Ausdruck, und "zionistisches Regime" ist nicht wertfrei und irreführend. Der Staat Israel hat eine demokratische Regierung und unterscheidet sich darin von allen seinen nachbarlichen arabischen Staaten. Das gewählte israelische Parlament ist die Knesset in Jerusalem. Der gedankenlose Gebrauch des Ausdrucks "zionistisches Regime" manipuliert eine einseitige Denkweise und mündet im Antisemitismus.

↔Ilse Rebling

↔Lomitz

^ Seitenanfang